Meinung

Halterns Jugend hat entschieden: Überraschende Diskrepanz

Das Ergebnis der U18-Wahl hat überrascht. Vor allem der Unterschied beim Ergebnis von Erst- und Zweitstimmen wirft Fragen auf. Der Jugendtrend widerspricht der Tradition in der Seestadt.
Eine Wahlurne der U18-Wahlen, die Schüler der 5. und 6. Klassen an der Alexander-Lebenstein-Schule gebastelt haben. © Janis Czymoch

Durch die Kombination von Erst- und Zweitstimme ist das Recht der Wählerinnen und Wähler im deutschen Wahlsystem verankert. Mit ihrer Stimme können sie indirekte und direkte Entscheidungen treffen. Dabei entscheidet die Zweitstimme darüber, wie stark eine Partei im Parlament vertreten ist.

Wer den nächsten Kanzler oder die nächste Kanzlerin stellt, dafür ist die Erststimme also alles andere als entscheidend.

Der Blick auf die Verteilung der Zweitstimmen bei der U18-Wahl in Haltern macht dabei jetzt deutlich: Die Seestadt-Jugend würde sich als Nachfolger für Angela Merkel (CDU) jemanden aus den Reihen von SPD, Grünen – und mit etwas Abstand dahinter – auch der FDP wünschen. Die CDU rangiert eher abgeschlagen auf Platz vier.

Trotzdem hat Lars Ehm (CDU) die meisten Erststimmen für sich gewinnen können.

Über das Ergebnis lässt sich nur spekulieren. Hat der 45-Jährige mit seinem engagierten Wahlkampf die Jüngsten am besten erreicht? Oder hatte sich hier die Meinung der Eltern, die Ehm am Sonntag in Haltern den Wahlsieg bescherten, durchgesetzt? Oder ist die Jugend von der politischen Situation in der von der CDU geführten Stadt Haltern überzeugt?

Bundesweit allerdings scheinen andere Probleme für die Schüler bedeutsam zu sein. Beispielsweise Klimawandel und Nachhaltigkeit. Dafür stehen aber andere Parteien.