Halterns Köche sagen „Haltern bittet zu Tisch“ ab: Risiko ist zu hoch

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Halterns Gastronomen haben zurzeit genug zu kämpfen, um ihre Betriebe durch die Corona-Krise zu bringen. Da mögen sie kein zusätzliches Risiko eingehen: „Haltern bittet zu Tisch“ fällt aus.

Haltern

, 17.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christian Zehren, seit 2019 neuer Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes und damit Hauptverantwortlicher der beliebten Veranstaltung, sieht in der gegenwärtigen Krise keine Alternative. „Das Risiko wäre einfach zu hoch, auch für unsere Sponsoren“, sagte er auf Nachfrage der Halterner Zeitung. Damit fällt die jährlich stattfindende Gastro-Meile „Haltern bittet zu Tisch“ zum zweiten Mal nach 2008 aus. Monika Plum und Ehemann Waldemar hatten die Idee 1990 aus Dortmund mit nach Haltern gebracht.

Vom 31. Juli bis 2. August ist der Marktplatz leer

Der neueste Corona-Erlass verbietet bis zum 31. August grundsätzlich alle großen Veranstaltungen. Dazu zählt auch „Haltern bittet zu Tisch“ im Herzen der Stadt: Drei Tage lang decken Halterner Köche gewöhnlich gut und lecker auf und locken damit Gäste aus Nah und Fern nach Haltern. Vom 31. Juli bis 2. August sollte das wieder so sein. „Letztlich hat das Land für uns entschieden. Aber wir als Veranstaltergemeinschaft mussten uns ernsthaft fragen, ob wir diese Gourmet-Meile angesichts der Corona-Krise tatsächlich stemmen können“, sagte Christian Zehren, der zusammen mit Andreas Kleimann vier Gaststätten führt. Da gehe es nicht nur um hohe Hygiene-Auflagen, sondern auch um die gegenwärtige prekäre Situation in der Branche.

Haltern bittet zu Tisch ist ein wichtiges Ereignis im Halterner Veranstaltungskalender, das Gäste aus Nah und Fern anlockt.

Haltern bittet zu Tisch ist ein wichtiges Ereignis im Halterner Veranstaltungskalender, das Gäste aus Nah und Fern anlockt. © Jürgen Wolter

Seit dem 23. März sind alle Gaststätten geschlossen, allen fehlen damit die Einnahmen. „Wir wissen tatsächlich nicht, ob es Ende Juli angesichts der Ausfälle noch alle Betriebe gibt“, vermittelt Christian Zehren eine Ahnung vom Zustand in der Gastronomie. Man müsse sich jetzt erst einmal auf die eigenen Betriebe konzentrieren.

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„Trotzdem finde ich es total schade um diese Veranstaltung. Ich glaube, sie würde den Menschen in diesen schweren Zeiten gut tun. Haltern bittet zu Tisch ist ein Fest, auf das sich jeder freut.“

2015 rettete die Kaufmannschaft das kulinarische Fest

Das kulinarische Ereignis unter freiem Himmel ist immer gepaart mit genussvollen Kulturbeilagen. 2017 feierten Gastgeber und Gäste das Silberjubiläum. Es gab bis dahin nur eine Unterbrechung. 2008 - Marianne Teltrop hatte gerade von Monika Plum den Hoga-Vorsitz übernommen - setzten die Köche aus. Sie verordneten sich eine Denkpause. Denn, so Marianne Teltrop, man habe überlegt, Habiti (wie es im Volksmund genannt wird) nur alle zwei Jahre zu organisieren. 2015 wackelte das Gourmetfest erneut wegen zu hoher Kosten. Damals sprangen die Kaufleute als Sponsoren ein nach dem Motto „Unser Herz schlägt für Habiti“.

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