Hannelore Kraft kam zum ersten Spatenstich

Neue Deiche

Eine dicke Lippe hat der Fluss schon häufig riskiert, am Mittwoch aber ward er hinter den alten Deichen nicht gesehen. Dabei stand der längste und demnächst schönste Fluss Nordrhein-Westfalens im Mittelpunkt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) schaufelte mit beim ersten Spatenstich für die neuen Lippedeiche und die begleitende Renaturierung.

LIPPRAMSDORF

, 10.08.2016, 19:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ministerpräsidentin kam mit Verspätung, in Ballerina-Schuhen und Regenjacke zur Baustelle. "Können Sie mir mal Ihre Schuhe leihen?", blickte sie einem mit derben Wanderschuhen ausgestatteten Gast auf die Füße.

Naturerlebnis

Der grüne Teppich war für sie und andere Ehrengäste ausgerollt: Geht es hier doch nicht nur um den besten Hochwasserschutz aller Zeiten auf Halterner und Marler Gebiet zwischen Lippramsdorfer Straße und Oelder Weg, sondern auch um eine ökologische Aufwertung der Flusslandschaft. Dazu Hannelore Kraft: "Die Lippe wird in Zukunft, noch viel mehr als in der Vergangenheit, für Naturerlebnis und Erholung und damit für die hohe Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen stehen."

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In siebeneinhalb Jahren, wenn der Deich fertig sein soll, will sie wiederkommen und mit ihrem Hund auf der Deichkrone spazieren gehen. Der Deichneubau auf fünf Kilometer Flussstrecke ist nach jahrelangen Vorbereitungen das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des Lippeverbandes. Deshalb wurde aus dem Spatenstich ein großes Ereignis mit 150 Gästen. Bodo Klimpel kam in doppelter Funktion zur Baustelle: als Bürgermeister Halterns und als Ratsvorsitzender des Lippeverbandes.

Geteilte Lasten

Dr. Uli Paetzel als Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes und damit Flussmanager, lobte bei einer späteren Talk-Runde die Gemeinschaftsleistung: "Die Lippe entwickelt sich nach und nach weg vom Industriefluss zu einem ökologischen Lebensraum." Die Kosten für den Deichbau übernimmt zu zwei Dritteln die RAG Deutsche Steinkohle. "Wir haben die Schäden verursacht, wir stehen zu unserer Verantwortung.".

 

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