Hauptschule setzt zahlreiche Schwerpunkte der Berufsorientierung und Vorbereitung

Joseph-Hennewig-Schule

Beim Tag der offenen Tür konnten sich Kinder mit ihren Eltern über das Angebot der Joseph-Hennewig-Schule informieren. Ein Dachdeckermeister war sogar auf der Suche nach einem Praktikanten.

Haltern

, 25.02.2019, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hauptschule setzt zahlreiche Schwerpunkte der Berufsorientierung und Vorbereitung

Christine Heming zeigt Vanessa (r.) und Angelina wie elektrische Schaltungen aufgebaut sind. © Jürgen Wolter

Daniel Heyer, Dachdeckermeister in Haltern, wollte sich am Samstag zusammen mit seinem Sohn Nicklas beim Tag der offenen Tür nicht nur über das Angebot der Joseph-Hennewig-Schule informieren, er kam mit einem konkreten Anliegen: „Ich könnte mir vorstellen, in meinem Betrieb auch Praktikanten der Hauptschule aufzunehmen“, sagte er.

95 Ausbildungsplätze sind aktuell im Kreis Recklinghausen noch unbesetzt. Die Halterner Hauptschule setzt zahlreiche Schwerpunkte der Berufsorientierung und Vorbereitung. Bei Schulsozialarbeiter Dirk Strothkamp, der gleichzeitig für die Berufswahl-Koordinierung an der Schule zuständig ist, und Lehrer Christian Brandt, stieß Daniel Heyers Anliegen deshalb auf offene Ohren.

Was sollte ein Praktikant mitbringen? „Etwas Kenntnisse in Mathe, Zuverlässigkeit und Bock zu arbeiten“, meint Daniel Heyer. Dafür kämen Hauptschüler sowohl aus der Jahrgangsstufe neun als auch aus der zehn in Frage. In der Joseph-Hennewig-Schule beginnt die Berufsorientierung schon ab Klasse 7. „Dann begleiten die Schüler einen Elternteil oder einen Bekannten einen Tag zu dessen Arbeitsstelle“, sagt Christian Brandt.

Potenzialanalyse beim Bildungszentrum

Weiter geht es in der Stufe 8 mit einer Potenzialanalyse beim Bildungszentrum des Handels und dem Kennenlernen unterschiedlicher Berufsfelder. Zwei dreiwöchige Praktika schließen sich in den folgenden Jahrgängen an, außerdem können Schüler in Klasse 9 oder 10 Langzeitpraktika in einem Betrieb absolvieren. Ein oder zwei Mal pro Woche arbeiten sie dann dort mit.

„So können Schüler und Arbeitgeber herausfinden, ob es passen könnte, und ob eine Ausbildung dort in Frage kommt“, sagt Dirk Strothkamp. „Schulleistungen sind das eine, aber es gibt auch Schüler, die auf Schule überhaupt keine Lust haben, aber aufblühen, wenn sie anfangen zu arbeiten“.

„Abiturienten könnte ich nicht gebrauchen“, sagt Dachdeckermeister Daniel Heyer. „Ansonsten bin ich erstmal offen, nur schwindelfrei sollten die Praktikanten sein“.

Dagmar Perret und ihr Stellvertreter Ludger Zander begrüßten die Besucher

Beim Tag der offenen Tür stellten die Hauptschüler wieder das gesamte Spektrum des Schulangebots vor. Schulleiterin Dagmar Perret und ihr Stellvertreter Ludger Zander begrüßten die Besucher, die in Gruppen durchs Gebäude geführt wurden und Unterrichtsstunden besuchen konnten. Die Köche hatten leckere Sandwaffeln, Muffins und Zwiebelkuchen im Angebot, die Imker- und die Gartengruppe stellten ihre Arbeit vor. Im Technik und Chemie/Physikbereich wurden spannende Experimente vorgeführt. Vanessa und Angelina probierten elektrische Schaltkreise aus und lernten im Experiment, was passiert, wenn Essig im Reagenzglas auf Backpulver trifft: Es zischt und der Verschlussstopfen wird in die Luft geschleudert.

350 Schüler besuchen aktuell die Joseph-Hennewig-Schule. Für alle gilt das Ziel: „Kein Abschluss ohne Anschluss“ – entweder duale Ausbildung, weiterführende Schule oder eine gezielte Maßnahme der Arbeitsagentur kommen dafür nach Schulende in Frage.

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