Hegering und Kreis warnen auch in Haltern vor der Hasenpest

rnTodesfälle in Waltrop

In Waltrop sind zwei Hasen an der sogenannten „Hasenpest“ gestorben. Der Kreis Recklinghausen und der Hegering Haltern am See warnen vor der Krankheit, die für den Menschen gefährlich ist.

Haltern

, 22.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil zwei Hasen in Waltrop an der Tularämie, der sogenannten Hasenpest gestorben sind, warnen der Kreis Recklinghausen und der Hegering Haltern am See davor, tote Hasen anzufassen. Auch Tierhalter sollen auf der Hut sein.

„Die Krankheit ist eine Gefährdung für die Hasen und die Menschen“, sagt der Vorsitzende des Hegerings, Reinhold Bergjürgen. „Es ist eine seltene Erkrankung, die schnell und leicht auf den Menschen übertragen werden kann.“ Auch wenn aktuell noch keine Fälle aus Haltern bekannt seien, warnt der Hegering schon auf seiner Facebook-Seite vor der Krankheit.

„Die durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöste Krankheit ist in seltenen Fällen über direkten Kontakt auch auf den Menschen übertragbar, kann aber mit Antibiotika gut behandelt werden“, so der Kreis Recklinghausen.

Hasenpest führt beim Menschen im schlimmsten Falle zum Tod

Beim Menschen kann die Tularämie im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) oder zum Tode führen. Laut dem Friedrich-Löffler-Insitut (FLI) kommt es beim Menschen in erster Linie zu hohem Fieber, Unwohlsein, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Wird der Erreger über Infektionen der Haut aufgenommen, können sich schmerzhafte Geschwüre bilden oder die Lymphknoten schwellen an. Bei Kontakt mit der Bindehaut des menschlichen Auges kann es zu Bindehautentzündungen, Lidschwellungen, Lichtscheu, Tränenfluss und Lymphknotenschwellungen kommen.

„Wird der Erreger eingeatmet, kann es zu einer Lungenentzündung mit trockenem Husten kommen. Kontaminierte Nahrung und Getränke können Geschwüre im Rachen und an den Mandeln verursachen“, so das FLI. So hatten sich etwa 2016 in Rheinland-Pfalz beim Verzehr von frisch gepresstem Traubenmost mit dem Erreger infiziert, teilte das Landesuntersuchungsamt damals mit.

Um die Übertragung auf den Menschen zu verhindern, rät der Kreis Recklinghausen zu Folgendem:

  • befallene Tiere dem Kreis Recklinghausen melden unter Tel. 02361/532125 oder per E-Mail an FD39@kreis-re.de
  • befallene Tiere nicht anfassen
  • Hundehalter sollten ihre Tiere anleinen und nicht frei laufen lassen
  • Katzenhalter sollten gefangene Mäuse „mit Blick auf besondere Hygiene“ entsorgen
  • „Wer dennoch Kontakt mit einem potenziell kranken Tier hatte und grippeähnliche Symptome feststellt, sollte seinem Arzt davon berichten“, so der Kreis.

Zuletzt habe es im Kreis Recklinghausen vor neun Jahren Fälle von Tularämie gegeben, so der Kreis. In benachbarten Kreisen habe es in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelte Fälle gegeben.

  • Die Tularämie befällt in erster Linie Nagetiere wie Feldhasen, Kaninchen und Mäuse in freier Wildbahn, so der Kreis Recklinghausen.
  • In NRW habe es 2017 sechs Fälle von Tularämie gegeben, 2016 sei nur ein Fall bekannt geworden.
  • Tote Tiere können Menschen auch über die App „Tierfund Kataster“ (TFK) (im Google Play Store oder im Apple Store) melden.
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