Heidetag lockt Hunderte Besucher an

Veranstaltung des Heimatvereins Sythen

Der Heidetag des Heimatvereins war erneut ein Publikumsmagnet in Haltern am See. Rund um die Westruper Heide wurde es auf den Parkplätzen eng, weil so viele Besucher die blühende Landschaft erleben wollten.

HALTERN

, 28.08.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Reinhild Tuscherwitzki und Ehemann Georg waren ebenfalls für den Heimatverein aktiv.

Reinhild Tuscherwitzki und Ehemann Georg waren ebenfalls für den Heimatverein aktiv.

Den Rummel, der Sonntag am Heidetag des Sythener Heimatvereins in der Westruper Heide herrschte, braucht die alte Kulturlandschaft eigentlich nicht. Aber sie braucht die Aufmerksamkeit, die eine solche öffentlichkeitswirksame Veranstaltung erzeugt.Ohne die Pflege des Menschen würde die besondere Landschaftsform in unseren Breiten nämlich mit jedem Jahr mehr verschwinden. Insofern war es gut, dass sich hunderte Besucher auf den vorgegeben Wegen in der zurzeit blühenden Heide bewegten und gleichzeitig über die Bedeutung dieses landschaftlichen Reliktes im Kreis Recklinghausen informierten.

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So schön war der Heidetag

So schön war der Heidetag des Heimatsvereins Sythen. Bei bestem Wetter kamen Hunderte Besucher.
27.08.2017
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Reinhild Tuscherwitzki und Ehemann Georg waren ebenfalls für den Heimatverein aktiv.© Foto: Silvia Wiethoff
Die Handarbeiten von Bärbel Matuszcyk und ihrer Helferinnen (Foto) wurden zugunsten eines Altenheimes in Ägypten verkauft.© Silvia Wiethoff
Das THW unterstützte den Heimatverein Sythen am Grillstand.© Silvia Wiethoff
Auch für Live-Musik war beim Heidetag gesorgt.© Silvia Wiethoff
Johannes Bölker vom Verein Naturparkführer Hohe Mark informierte die Besucher an einem Stand.© Foto: Silvia Wiethoff
Arne Berg vom Verein Naturparkführer Hohe Mark begrüßte die Besucher am Infopunkt in der Heide.© Foto: Silvia Wiethoff
Anne Rabenstein und Udo Pfingst informierten über die Imkerei und ihre Bedeutung für den Umwelt- und Landschaftsschutz.© Silvia Wiethoff
Die Heidschnucken ließen den Besucherandrang stoisch über sich ergehen.© Silvia Wiethoff
Eine Herde von 300 heidschnucken ließ es sich in der Westruper Heide gut ergehen.© Silvia Wiethoff
Die Westruper Heide in Haltern ist das Relikt einer uralten Kutlurlandschaft im Kreis Recklinghausen.© Silvia Wiethoff
Die Heidelandschaft in Haltern entstand durch die Einflussnahme des Menschen in die Natur. Heute muss sie aufwendig gepflegt gepflegt werden, um sie zu erhalten.© Silvia Wiethoff
Im Hintergrund sind die Bienenstöcke von Imker Udo Pfingst in der Westruper Heide zu sehen.© Silvia Wiethoff
Bei schönem Sommerwetter wurde der Heidetag zum Besuchermagneten.© Silvia Wiethoff
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Neben den Mitgliedern des Vereins Naturparkführer Hohe Mark gehörte der Sythener Leiter der Naturschutzgruppe im Heimatverein, Dr. Georg Tuschewitzki, zu den Fachleuten, die über die Entstehung von Heideflächen berichten konnten. „Nur in rauen Küstengebieten wie etwa in Schottland oder der Bretagne kommen diese natürlich vor“, erklärte Georg Tuschewitzki. In unserer Region entstanden sie durch die sogenannte Heidewirtschaft, die ab dem Jahr 500 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wurde.

Weil es keinen Kunstdünger gab, das Getreide deshalb nur spärlich wuchs, und in der Folge so gut wie kein Stroh genutzt werden konnte, trugen die Menschen die oberste Bodenschicht ihrer nächsten Umgebung ab. Diese sogenannten Plaggen landeten als Einstreu in den Ställen und wurden danach mit dem Mist als organischer Dünger auf die Äcker ausgebracht. Durch den Kreislauf und die Übernutzung wurden auch im Kreis Recklinghausen aus bewaldeten Flächen karge Heidelandschaften.

Heidewirtschaft

Die Heidebauern hielten Heidschnucken, das ist eine genügsame Schafrasse, die das Heidekraut mit seinen holzigen Anteilen verträgt, und verwerteten die strähnige Wolle sowie das Fleisch. Sie betrieben die Imkerei, nutzten den Honig als Zuckerersatz und den Wachs zur Kerzenherstellung. „Mit dem Aufkommen des Kunstdüngers brach die Heidewirtschaft zusammen“, sagte Georg Tuschewitzki.

Sträucher und Bäume kehrten an die Stelle der Heide zurück. Das Gebiet der Westruper wurde allerdings schon 1937 unter besonderen Schutz gestellt. Seit 1983 wird das Gelände von verschiedenen Gruppen, darunter auch die Naturschutzgruppe des Heimatvereins Sythen, regelmäßig gepflegt und aufwendig vor der Verbuschung bewahrt. 1992 fand der erste Heidetag statt. Unter der Regie des Heimatvereins hat sich die Veranstaltung, die alle zwei Jahre organisiert wird, zu einem Publikumsmagneten entwickelt.

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