Halterner Autorin Henriette Wesselny hat ihr zweites Buch herausgebracht

rnHalterner Buchautorin

Ihr Erstling „Das tote Kind“ enthielt Erlebtes aus ihrem Arbeitsalltag. Jetzt hat Henriette Wesselny ein zweites Buch geschrieben - wieder autobiografisch, aber mit fantastischen Elementen.

Haltern

, 22.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor zwei Jahren kam „Das tote Kind“ in die Buchläden. Darin schildert die Halterner Autorin die - fiktive - Geschichte eines Kindes, das stirbt. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über zwei Schwestern, die im Nachlass ihrer Mutter auf mysteriöse Dokumente stoßen. Inspiration zu diesem Roman fand Henriette Wesselny im Job - sie hat über 30 Jahre in einem Jugendamt gearbeitet. „Die Fälle, die dort vorkommen, habe ich im Kern so erlebt“, sagt die 67-Jährige. Natürlich habe sie alles anonymisiert und verfremdet, damit niemand Rückschlüsse auf die echten Vorkommnisse ziehen könnte.

Das Buch lag lange in der Schublade

Die Idee zu diesem Buch kam Henriette Wesselny bereits vor zehn Jahren, innerhalb einer Woche habe sie es fertig geschrieben, sagt sie. Doch dann „lag es lange in der Schublade“. Als sie 2013 in den Ruhestand ging, habe sie gedacht: „Jetzt muss es doch mal was werden.“ Über ihren Cousin Stephan Sandkühler, ebenfalls Autor, bekam sie Kontakt zum Kater Verlag in Viersen, der ihr Buch herausbrachte. „Was ich am Anfang auch nicht wusste: Als Erstautor muss man sich an den Kosten beteiligen“, sagt Henriette Wesselny. Aber das sei in ihrem Fall wirklich human gewesen.

Die Idee für das zweite Buch, das im Juni 2019 herauskam, hatte Henriette Wesselny schon, als sie mit dem ersten fertig war. „Angela oder wie ich meine Niere verlor“ handelt von der 25-jährigen Felizitas, die eines Tages mit Nierenkoliken in eine Klinik eingeliefert wird. Ihre Zimmernachbarin Angela fasziniert sie auf der Stelle, die beiden Frauen freunden sich an, doch die fröhliche Angela mit den blonden Locken scheint Geheimnisse zu haben, die sich erst nach und nach offenbaren. Und auch Felizitas‘ Leben verändern werden.

Autobiografische Elemente

Auch in „Angela“ verarbeitet Henriette Wesselny autobiografische Erlebnisse. „Ich war tatsächlich selbst drei Wochen im Krankenhaus und habe damals eine Niere verloren.“ Die Geschichte spielt allerdings erst 1984, zwei Jahre nach ihrem Krankenhausaufenthalt. Das Jahr hat aber in zweierlei Hinsicht große Bedeutung für Henriette Wesselny. „In dem Jahr wurden meine Zwillinge geboren.“

Außerdem habe sie das Buch „1984“ von George Orwell inspiriert. „So weit weg davon sind wir ja heute gar nicht mehr.“ „Angela“ habe auch Bezüge zur Gegenwart, wie Henriette Wesselny zugibt. Es ist mehr als ein Krankenhausroman, auch wenn sie teilweise ungeschönt ihre körperliche Verfassung beschreibt. Michael Endes „Unendliche Geschichte“ spielt eine Rolle und wer die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens kennt, entdeckt vielleicht auch einige Parallelen.

Auch das dritte Buch entsteht gerade in ihrem Kopf. Aber zu Papier bringen will sie es noch nicht. „Ich muss erst einmal ‚Angela‘ verdauen.“ Außerdem reise sie gerne. „Da muss ich sehen, dass ich das Schreiben dazwischen bekomme“, sagt sie und lacht.

Henriette Wesselny:
  • Angela oder wie ich meine Niere verlor. Kater Literaturverlag, ISBN 978-3-944514-18-5.
  • Das tote Kind. Kater Literaturverlag, ISBN 978-3-944514-25-3. Beide Romane sind im Buchhandel erhältlich und in der Halterner Stadtbibliothek ausleihbar.
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