Hilfe für Kinder in Brasilien: Der Halterner Verein Ajuda hat 15. Geburtstag gefeiert

15 Jahre Ajuda

Vor 15 Jahren gründeten drei Halterner mit Ajuda einen Verein, um Kindern in Brasilien zu helfen. Jetzt blicken sie zurück auf ihre Erfolge, aber auch auf aktuelle Probleme in Brasilien.

Haltern

03.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Hilfe für Kinder in Brasilien: Der Halterner Verein Ajuda hat 15. Geburtstag gefeiert

Ajuda-Vorsitzender Jan Kleine Büning diskutierte mit Estelina Farias (l.) und Marcos Costa Melo (r.) über die aktuelle politische Situation in Brasilien. © Pia Stenner

2004 wussten Jan Kleine Büning, Janine Pieper und Rike Wegmann noch nicht, was aus der Idee des Hilfsprojekts Ajuda werden würde. „Es war ein Wagnis“, sagt Kleine Büning. Doch jetzt, am Sonntagnachmittag 15 Jahre später, steht der Vereinsvorsitzende im Kolpinghaus an einem Stehtisch mit Brasilienflagge geschmückt und sagt: „Wir haben Menschen zu einem besseren Leben verhelfen können.“ Vor ihm sitzt eine beschaulichen Runde interessierter Halterner, Vereinsmitglieder, Freunde des Vereins „Brasilien-Cooperative“ und einiger Brasilianer.

Ajuda - Portugiesisch für „Hilfe“ - ist ein gemeinnützig anerkannter Verein, der zum Beispiel durch Spendenläufe oder einen Cocktailstand auf dem Halterner Heimatfest in Haltern Geld sammelt, um damit soziale Projekte in Brasilien zu unterstützen.

Lange Liste sozialer Projekte in verschiedenen Landesteilen

Zwei Kitas errichtet, 50 Toiletten gebaut, Häuser renoviert, Kinder aus acht vierzig-köpfigen Jahrgängen alphabetisiert, 50 Müllsammler über mehrere Jahre unterstützt - die Liste der Projekte, die Ajuda schon umsetzen konnte, ist lang. Das Wichtige aber, sagt Kleine Büning, seien nicht diese Zahlen, sondern die Geschichten der Kinder und Jugendlichen, für die „Ajuda“ das Sprungbrett in die Gesellschaft an der entscheidenden Stelle des Lebens sein konnte.

Hilfe für Kinder in Brasilien: Der Halterner Verein Ajuda hat 15. Geburtstag gefeiert

Es gab brasilianischen Gesang und Gitarrenmusik von der Künstlerin Evânia. © Pia Stenner

Zum 15. Geburtstag des Vereins gibt es neben dem melancholischen Gesang von der brasilianischen Künstlerin Evânia auch ernste Themen. Jan Kleine Büning diskutiert mit der brasilianischen Journalistin und Aktivistin Estelina Farias und dem Marcos Costa Melo, einem Brasilianer, der nun seit 30 Jahren in Deutschland lebt, über die politische und gesellschaftliche Lage in Brasilien.

Was macht die Politik des offen rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro mit dem Land? Warum konnte Bolsonaro, der „Tropen-Trump“ - das sei noch ein beschönigender Name - überhaupt an die Macht kommen? Wie hat sich der Alltag in Brasilien durch Bolsonaro verändert? Wie ist die aktuelle Stimmung? Costa Melo und Farias versuchen Antworten zu finden und schildern Erlebnisse aus ihrem Alltag. Farias betont immer wieder: „Es ist ein Albtraum - man hofft, dass man irgendwann daraus aufwacht.“

Die Ajuda-Mitglieder haben die eigenen Ideale in die Tat umgesetzt

Doch es werden nicht nur negative Themen angesprochen. Rike Wegmann erinnert an die Anfangszeit von Ajuda und sieht Parallelen zu heute. „Die Stimmung, die in uns war - der Mut zum Aufbruch und Neubeginn - die sehe ich auch heute wieder“, sagt sie mit Blick auf die Jugendlichen der „Fridays for Future“-Bewegung. Auch, wenn sie damals vielleicht etwas naiv und blauäugig gewesen seien, habe man die eigenen Ideale in die Tat umsetzen können. Und noch heute sieht Wegmann darin den Erfolg von Ajuda, dem Verein, der heute über 80 Mitglieder hat: „Wir wollen was Gutes tun und machen das einfach.“

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