Hitze: Schwere Zeiten auch für Wildtiere in Halterns Wäldern

Wetter

Die Hitze setzt auch den heimischen Wildtieren zu. Hohe Temperaturen und Trockenheit bedeuten Stress. Am stärksten betroffen ist das Rehwild.

Haltern

, 24.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hitze: Schwere Zeiten auch für Wildtiere in Halterns Wäldern

Rehe haben es bei Hitzeperioden im Wald besonders schwer. © dpa

Nicht nur die Menschen ächzen bei Hitze. Auch im Wald gibt es Probleme. „Bei diesen hohen Temperaturen haben es die territorial lebenden Wildtiere besonders schwer“, sagt der Vorsitzende des Hegerings Haltern, Reinhold Bergjürgen. Dazu zähle insbesondere das Rehwild, das sein Territorium so gut wie nie verlässt. „Wenn dann kein Zugang zu Wasser gegeben ist, wird es für das Rehwild schwierig.“ Im vergangenen Jahr seien viele Rehe verdurstet, berichtet der Hegerings-Vorsitzende.

Abhilfe durch künstliche Wasserstellen

Den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs nehmen Wildtiere über die Nahrung auf. Durch ausgedörrte Wiesen und ausbleibende Taubildung sei aktuell allerdings wenig saftiges Grün zu finden, teilte auch die Kreisjägerschaft (KJS) Hubertus Recklinghausen mit. Die Jäger versuchen mit künstlich angelegten Wasserstellen, Hilfe zu leisten. „Davon profitieren auch zahlreiche Insekten- und Vogelarten“, erklärte die KJS-Vorsitzende Petra Bauernfeind-Beckmann.

„Wir sind bemüht“, sagt auch Reinhold Bergjürgen. Für Fasane beispielsweise werden demnach Vogeltränken angelegt. „Das nutzen natürlich auch andere Tiere“, sagt der Halterner Hegeringsvorsitzende. Er selbst habe zudem einen kleinen Teich in seinem Revier, den er regelmäßig vom Schlamm befreie. „Viele Jäger lassen den Regen von den Hochsitzdächern auch über Regenrinnen in ein Auffangbecken laufen.“

Strategien gegen die Hitze

Wildtiere haben nach Angaben der Jäger unterschiedliche Strategien gegen Hitze entwickelt. Hirsche badeten gerne in tiefem Wasser. Wildschweine dagegen wälzten sich im Schlamm, den sogenannten Suhlen. Das bringe nicht nur Erfrischung, sondern diene auch dem Schutz vor Zecken und Stechmücken.

Füchsen und Wölfen fehlten die Schweißdrüsen, um überschüssige Körperwärme abzugeben. „Deswegen hecheln sie genauso wie unsere vierbeinigen Helfer“, führt Petra Bauernfeind-Beckmann aus.

Schattige Plätze hingegen werden von Dachsen, Füchsen und Wildkaninchen gleichermaßen gern genutzt. In unterirdischen Bauten verschlafen sie die heißen Tage, hieß es.

Warnung vor hoher Waldbrandgefahr

Sämtliche Maßnahmen der Jäger seien allerdings nur wirksam, wenn jeder Waldbesucher achtsam sei. Denn die hohe Waldbrandgefahr stelle eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt dar. „Eine achtlos weggeworfene Zigarette kann in diesen Tagen schnell zu einem Flächenbrand wachsen, der tausenden Tieren den Lebensraum vernichtet“, warnt Petra Bauernfeind-Beckmann. Auch Reinhold Bergjürgen bittet die Bevölkerung um besondere Vorsicht. Ohnehin gilt allerdings nach dem Landesforstgesetz vom 1. März bis 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot.

Heiße Katalysatoren können trockenes Laub oder Gras in Brand setzen

Grill- und Lagerfeuer sollten unbedingt in der Nähe des Walds vermieden werden. Bergjürgen verweist auch auf die Gefahr durch den Betrieb von Kettensägen, Freischneidern etc., die heiß laufen könnten. Trockenes Gras oder Laub am Wegrand könne dann leicht Feuer fangen. Auch beim Parken des Autos in der Nähe von Wäldern sei daher Vorsicht geboten. Bergjürgen: „Heiße Katalysatoren haben schon häufig ein Feuer entfacht.“

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