Hoffen auf Unterstützung der Betriebe

Weiteres Praktikum für Schüler

Nordrhein-Westfalen führt landesweit für alle achten Klassen ein einheitliches Programm zur Berufs- und Studienorientierung ein. Die weiterführenden Schulen in Haltern hoffen auf Unterstützung durch die heimischen Betriebe, da die Schüler im Rahmen des Projekts zusätzliche Praktika absolvieren müssen.

HALTERN

, 10.07.2016, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hoffen auf Unterstützung der Betriebe

Schülerpraktikantin Lena Marie Dinse aus der zehnten Klasse des Mittelstädtischen Gymnasiums Rostock prüft am 25.06.2015 im Restaurant des Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) ein Weinglas.Ferienjobs als Hotelpagen, Eisverkäufer oder Zimmermädchen im Fünf-Sterne-Haus sind bei Schülern so beliebt, dass die Stellen rund ein Jahr im voraus vergeben sind. Eine Internet-Plattform will nun vermitteln. Foto: Jens Büttner/dpa (zu dpa-Korr _Koffer tragen, Kühe hüten - Ferienjobs sind heiß begehrt" vom 27.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Bisher wurden durch Bundesmittel drei Werkstatttage finanziert, die die weiterführenden Halterner Schulen in den Werkstätten des Bildungszentrums des Handels durchführten. „Die Finanzierung dieses Berufs-Orientierungsprojekts ist ausgelaufen. Neben einer Potenzialanalyse müssen die Achtklässler jetzt eine dreitägige Berufsfelderkundung durchführen, das heißt, sie sollen in Betriebe hineinschnuppern“, sagt Frank Cremer, der Leiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. Er sieht, ebenso wie Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums, die Schwierigkeit, entsprechende Praktikumsplätze in Betrieben für die Schüler zu bekommen.

Bewerbungsportal funktioniert nicht

„Ein Onlineportal, in dem diese Plätze für Schüler zugänglich gemacht werden sollen, funktioniert bisher nicht“, so Cremer. „Wir begrüßen zwar grundsätzlich die berufliche Orientierung unserer Schüler, sehen aber in der neuen Regelung eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen.“ 150 Realschüler und 170 Gymnasiasten werden 2017 zusätzliche Praktikumsplätze in Haltern benötigen. Lediglich die Hauptschule wird davon möglicherweise nicht betroffen sein. „25 Prozent der bisher vom Bund geförderten Schulen können das Berufs-Orientierungsprojekt in der bisherigen Weise weiterführen“, sagt dazu Dirk Strothkamp, der an der Joseph-Hennewig-Hauptschule die Berufsorientierungsmaßnahmen koordiniert. „Da dort Schulen mit erhöhtem Förderbedarf Vorrang haben, und wir auch viele Schüler der Erich-Kästner-Schule übernehmen, halte ich es für wahrscheinlich, dass sich bei uns nichts ändert“, so Strothkamp.

Zusammenlegung mit dem "Girls and Boys Day"?

Das Gymnasium wird den bisher in der siebten Jahrgangsstufe durchgeführten „Girls and Boys Day“ in die achte Stufe verlegen und mit zwei weiteren Praktikumstagen verbinden. „Möglich wäre dann auch ein Tausch der Praktikumsstellen, damit jeder Schüler in mehrere Bereiche hineinschnuppern kann“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. Die Realschule überlegt, ob Eltern ihre Kinder gegebenenfalls zu ihren Arbeitsplätzen mitnehmen können. „Ansonsten müssen sich die Schüler selbst die Praktikumsplätze suchen“, sagt Frank Cremer. „Wir wissen, dass das für Betriebe auch eine Belastung ist, bitten die Halterner Firmen aber darum, Anfragen unserer Schüler wohlwollend zu behandeln“, so Frank Cremer.

Die Praktikumsphase wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 stattfinden.  

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