Hullerner Eltern gründen Projekt für Kita-Plätze

Sorgen um Zukunft

"Wir sind alle Dorfkinder und unsere Kinder sollen ebenfalls hier in den Kindergarten und in die Schule gehen“, wünscht sich Thorsten Stüer. Ein Wunsch, den andere Eltern teilen. Aber in Hullern ist kein Platz für 15 über Dreijährige. Deshalb gründeten Eltern ein Projekt mit dem Namen „Boote“.

HULLERN

, 21.12.2016, 06:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Boot steht als Sinnbild dafür, was Melanie Stüfchen, (mit Sam), Tobias Beermann, Regina Bücker (mit Klara), Nicole und Thorsten Stüer und weitere Eltern erreichen möchten: Eine ausreichende Versorgung mit Kindergarten-Plätzen in Hullern.

Ein Boot steht als Sinnbild dafür, was Melanie Stüfchen, (mit Sam), Tobias Beermann, Regina Bücker (mit Klara), Nicole und Thorsten Stüer und weitere Eltern erreichen möchten: Eine ausreichende Versorgung mit Kindergarten-Plätzen in Hullern.

„Wir möchten alle Beteiligten wie Eltern, Stadt und Kirche mit ins Boot holen, um eine Übergangslösung für Hullern zu finden“, erklärte Nicole Stüer. Tochter Lotta besucht wie vier weitere Kinder aus Hullern zurzeit die Villa Sonnenschein, eine Großtagespflege des Jugendamtes in Flaesheim. „Die familiäre Atmosphäre dort gefällt uns sehr gut“, sagt die junge Mutter.

Im nächsten Jahr ist Lotta für den Kindergarten angemeldet, weil Nicole Stüer zurück in den Beruf möchte. „Auch wir brauchen dringend einen Kita-Platz für unsere Leonie“, sagt Tobias Beermann, der als Landwirt selbstständig und berufstätig ist und im April zum zweiten Mal Vater wird. Er und seine Frau Sandra möchten wie alle Eltern einen Kita-Platz vor Ort, weil die Organisation des Alltags sonst viel zu kompliziert wird. Stefanie Giesbert und Martin Kemper stehen als Eltern von Zwillingen vor einer ähnlichen Situation. Stefanie Giesbert ist leitende Führungskraft in einer sozialen Einrichtung in Hagen. Müsste sie täglich erst ihre Kinder in eine Einrichtung außerhalb Hullerns bringen, wäre das eine zusätzliche Belastung.

„Unsere Klara ist erst drei Monate. Aber ich mache mir jetzt schon Gedanken um den Kindergartenplatz. Wir sind gezwungen, sie früh anzumelden“, sagt Regina Bücker. Würde sie erst drei Jahre Elternzeit nutzen, fürchtet Regina Bücker, keinen Kita-Platz zu finden.

Melanie Stüfchen zieht im nächsten Jahr von Haltern nach Hullern, auch Sam braucht dort einen Kitaplatz. „Ich würde mein Kind gern zunächst in der Villa Sonnenschein anmelden. Aber ich habe Angst, dann keinen Platz in einer Einrichtung zu bekommen.“ Sie hat eine Zusage für Laurentius II, von Hullern aus ist das wegen der Berufstätigkeit sehr schwierig zu organisieren. „Aber als Eltern greift man zurzeit nach jedem Strohhalm.“

„Letztlich geht es nicht nur um unsere Kinder, auch andere Eltern aus dem Dorf sind betroffen“, betont Nicole Stüer. Jeder habe seine individuellen Gründe, aber ihr Mann Thorsten nennt einen besonderen: „Uns sind die Sozialkontakte innerhalb Hullerns wichtig. Hier haben unsere Kinder ihren Lebensmittelpunkt, schon allein deshalb sollten sie die Chance haben, auch hier in den Kindergarten zu gehen.“

Vor zwei Wochen war die Elterngemeinschaft in der Bürgermeister-Sprechstunde und hat ihre Situation Bodo Klimpel und Jugendamtsleiter Gisbert Drees geschildert. Sie hat darüber hinaus Hullerner Geschäftsleute, Vereine und Verbände um Unterstützung gebeten. „Ein sicherer Hafen für unsere Boote wären Kindergartenplätze“, nennt Nicole Stüer das Ziel. Ihr Mann fügt hinzu: „Wir wünschen uns Partner, wollen aber selbst auch Partner sein.“

Bis zum 6. Februar 2017 will die Stadt laut Bürgermeister Bodo Klimpel eine Rückmeldung gaben. Angedacht sind dann von der Elterngemeinschaft eine Spendenaktion und - je nach Perspektive - ein Eltern-Informationsabend in Hullern.

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