Hullerner haben keine Ruhe an der B 58

6000 Fahrzeuge täglich

Das Ehepaar Ziplies bewohnt ein Haus an der Schürstatt in Hullern, der Garten grenzt direkt an die Bundesstraße 58. Erholung finden sie in ihrem privaten Idyll nicht. Auto- und LKW-Verkehr rauben nötige Ruhe. Die Bitte um Abhilfe läuft bislang ins Leere.

HULLERN

, 18.08.2017, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Paul Bernd Ziplies findet den Auto- und Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 58 in Hullern unerträglich. Er schreibt seit 2012 unermüdlich Briefe an die Stadt, an den Landesbetrieb Straßen.NRW, an den Präsidenten des Landestages NRW, er kontaktierte die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, er organisierte eine Unterschriften-Aktion mit 318 Unterzeichnern – aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die aktuelle Antwort des Petitionsausschusses aus Düsseldorf brachte wieder Ernüchterung: Es wird kein Handlungsbedarf gesehen.

„Dabei wollen wir Anrainer der Bundesstraße gar nicht viel. Wenn Flüsterasphalt aufgetragen würde, würde die Belastung um 80 Prozent sinken. Damit wären wir zufrieden“, sagte der Hullerner in einem Gespräch mit der Halterner Zeitung. Flüsterasphalt wie er wenige Kilometer weiter in Seppenrade gerade aufgebracht wurde.

Lärm durch Abrollen der Räder

Der Lärm entstehe in erster Linie durch das Abrollen der Räder, nicht durch die Motoren der Fahrzeuge, zusätzlich durch die Motorradfahrer am Wochenende. „Wir können unsere Gärten gar nicht zur Entspannung nutzen“, ärgert sich Paul Bernd Ziplies. „Das geht schon in den Bereich der Gesundheitsgefährdung.“

Seit 1986 wohnt er an der Schürstatt 33. „Als ich das Haus gekauft habe, war es gar nicht so laut. Der Lärm hat in den letzten Jahren extrem zugenommen. Auch dadurch, dass LKW-Fahrer die Bundesstraße 58 nutzen, um Autobahngebühren und Zeit zu sparen“, sagt Ziplies. Dass niemand, den er auf die Situation aufmerksam gemacht habe, etwas zur Entlastung der 200 Bundesstraßen-Anrainer aus 61 Häusern unternehmen wolle, empfindet er als Frechheit.

6747 Autos und LKW täglich

Der Petitionsausschuss verwies auf eine Stellungnahme des Bau- und Verkehrsministeriums NRW. „Nach einer örtlichen Begutachtung der B 58 ist festgestellt worden, dass keine größeren Fahrbahnschäden vorhanden sind, die eine zusätzliche Lärmbelastung auslösen“, heißt es in dem Schreiben. Eine Sanierung sei aktuell nicht vorgesehen, sie werde jedoch „in die Dispositionen für das Erhaltungsprogramm 2018 einbezogen“. Laut der letzten Verkehrszählung von 2015 passieren täglich 6747 Autos und LKW die Bundesstraße.

Das Anliegen der Hullerner war Thema im Rathaus und auch in den zuständigen Ausschüssen. Es gebe, so hieß es 2014, ein Spannungsverhältnis zwischen den Wünschen nach Erholung und dem Bedürfnis nach fließender Fortbewegung. Die Stadt verweist dabei auf die Zuständigkeit von Straßen.NRW. Für Paul Bernd Ziplies hat sich das Anliegen nicht erledigt: „Ich werde keine Ruhe geben.“