Hunderte Altreifen in Halterner Waldstück entsorgt

An der Bundesstraße 58

Unbekannte haben in einem Waldstück an der Bundesstraße 58 zwischen Haltern und Lippramsdorf mehrere hundert abgefahrene Reifen illegal entsorgt. Bizarr: Die Reifen liegen noch vor Ort. Dabei ist der Vorfall schon seit mehr als drei Monaten bei Stadt und Polizei bekannt.

HALTERN

, 05.04.2016, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Leser hat unsere Redaktion am Dienstag telefonisch informiert. Namentlich möchte er nicht genannt werden. Er sagt: "Ich war im Dezember mit meinem Hund spazieren, als mir die vielen hundert Reifen links und rechts in der Böschung aufgefallen sind." Daraufhin habe er die Polizei gerufen. Zwei Beamte der Polizei seien gekommen und hätten die Anzeige aufgenommen. "Sie haben auch Fotos gemacht", erinnert sich der aufmerksame Bürger.

Ermittlungsverfahren

Anfang dieser Woche sei er wieder dort spazieren gewesen. "Die Reifen liegen immer noch da. Es sind, so meine ich, sogar mehr als vorher. Das ist eine große Sauerei. Wer macht so etwas? Das ist unhaltbar", ärgert er sich.

Wie die Polizei bestätigt, sei der Hinweis eines Bürgers am 28. Dezember vergangenen Jahres eingegangen. "Daraufhin haben wir ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", erklärt Polizeisprecher Michael Franz. Zudem sei die Stadtverwaltung informiert worden. Warum sind die Reifen noch nicht beseitigt worden?

Stadtsprecher Georg Bockey: "Wir wollten zunächst die Ermittlungen der Polizei abwarten, um den Verursacher zur Rechenschaft ziehen zu können." Zunächst, so erklären Polizei- und Stadtsprecher übereinstimmend, habe es gute Ermittlungsansätze gegeben. Unter anderem, weil auf mehreren Reifen Namen vermerkt sind. "Eine konkrete Spur zum Verursacher hat sich aber bislang leider nicht ergeben", so Polizeisprecher Michael Franz. Der Fall sei nun an die Staatsanwaltschaft Essen weitergegeben worden.

Umweltstraftat

Aufgrund der großen Menge der Reifen handele es sich möglicherweise nicht mehr nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um einen besonders schweren Fall einer Umweltstraftat.

Nach Auskunft der Stadt sollen die Reifen in Kürze fachgerecht entsorgt werden. "Das wird zeitnah geschehen", verspricht Stadtsprecher Georg Bockey.

Ein Teil der Flächen, auf dem die abgeladenen Reifen liegen, gehören privaten Waldbesitzern. Betroffen sind nach Auskunft der Stadt zwei Landwirte. Sie haben Bereitschaft signalisiert, bei der Bergung der Altreifen behilflich zu sein. Die Stadt wird im Gegenzug Container aufstellen. "Die Entsorgungskosten liegen normalerweise bei 3,50 Euro pro Reifen", macht Stadtsprecher Georg Bockey deutlich. Insgesamt kämen so mehrere hundert Euro für die vorschriftsgemäße Entsorgung der Altlasten zusammen.

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