Im Frühjahr fehlen die Zivis

Haltern Ob Krankenhaus, Altenheim oder Kirchengemeinde: Viele Halterner Sozialeinrichtungen bieten Zivildienststellen an.

11.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist aber zumindest zeitweise unausgewogen. Durch die Reduzierung der Zivildienstzeit von zwölf auf neun Monate herrscht eine Frühjahrsflaute für Arbeitskräfte in sozialen Institutionen. Der Grund: Die meisten Bewerber sind Schulabgänger und beginnen ihren Zivildienst im Juli. «Im April, Mai und Juni fehlen uns Beschäftigte», erklärt ein Mitarbeiter des Altenheims St. Anna. In Haustechnik, Betreuung und Pflege sowie Hauswirtschaft müssen deshalb in diesen Monaten oft FSJler (Leute, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren) einspringen.

Drei statt sechs

Ähnlich wird das Problem beim Deutschen Roten Kreuz gelöst. Obwohl die Organisation jährlich sechs Zivildienststellen anbieten könnte, hat sie die Zahl auf drei reduziert. Vorrangig stellt das DRK in Haltern also FSJler ein, da zuerst eine dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter nötig ist. «Diese findet jedoch nicht vor Ort statt. Deshalb bleiben den Zivis nur sechs statt neun Monate, um ihren Dienst hier zu vervollständigen», erläutert Georg Bocke, Leiter des Rettungsdienstes, diese Vorgehensweise.

Auch im St.-Sixtus-Hospital macht sich die Abwesenheit der Zivis im Frühjahr bemerkbar. Oft haben die Angestellten aber noch ein anderes Problem: Wenn fest eingeplante Zivildienstleistende spontan kurz vor Dienstantritt abspringen. Sie hätten doch noch ein besseres Angebot gefunden, heiße es dann. Deshalb habe das Krankenhaus manchmal Schwierigkeiten die elf zur Verfügung stehenden Plätze zu besetzen.

Die evangelische Kirchengemeinde Flaesheim kann nichts von einer Flaute im Frühjahr berichten. Deren Zivildienstmangel ist nämlich im Sommer zu verzeichnen, was aber bewusst so geplant wird. Die jährlich zwei Zivildienstleistenden überbrücken die fehlende Arbeitskraft durch Vorarbeit. Körperlich anfallende Arbeiten übernehmen dann ehrenamtliche Helfer.

Das Jugendzentrum Gilwell St. Ludger hat ebenfalls bisher noch nichts von einer Bewerbungsflaute der Zivis in den Frühjahrsmonaten bemerkt. Deren zwei Stellen sind gegenwärtig besetzt und es sind auch schon für August wieder genügend Anwärter vorhanden. lyr

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