Im Halterner Drüppel-Theater gehen wegen Corona wieder die Lichter aus

rnLea-Drüppel-Theater

Kultureinrichtungen wie das Lea-Drüppel-Theater müssen zum zweiten Mal in diesem Jahr schließen. Alle Termine in dem kleinen Theater sind wegen Corona wieder abgesagt - bis auf einen.

Haltern

, 03.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach nur achtmonatiger Umbauphase gingen am 30. September 2017 die Lichter im Lea-Drüppel-Theater in der Zaunstraße an. Die Lippramsdorferin Anne Drüppel widmete dieses kleine Theater im früheren Halterner Kinosaal ihrer beim Flugzeugabsturz am 24. März 2015 ums Leben gekommenen Tochter Lea. Musiker, Theaterspieler und Comedian machten daraus eine außergewöhnliche, angesagte Spielstätte. Aber auch sie leidet nun während der Corona-Pandemie unter den Auflagen. Zum zweiten Mal muss das Theater - wie andere Kultureinrichtungen auch - schließen.

Die Situation auf der Kunstbühne ist schwierig, bedauert Dr. Hans-Dieter Speikamp vom Vorstand des Theatervereins. „Verwöhnt durch nahezu immer ausverkaufte Veranstaltungen mussten wir Mitte März das Theater schlagartig schließen und alle Veranstaltungen absagen.“ Nach den Sommerferien seien dann alle voller Optimismus, mit vielen Auflagen und reduzierter Sitzplatzkapazität wieder mit einem 2. Halbjahresprogramm gestartet. Anfangs waren die Veranstaltungen noch gut besucht, so Hans-Dieter Speikamp, doch mit steigenden Infektionszahlen wurde die Resonanz nachvollziehbar kleiner. In der Folge mussten Veranstaltungen abgesagt werden.

Kleine und große Spenden halten Theater am Leben

Mit der neuerlichen Perspektive des zweiten Lockdowns ab dem 2. November hat der Theaterverein alle Veranstaltungen abgesagt. Bis auf eine: Die Weihnachtslesung am 13. Dezember mit Martin Brambach und Christine Sommer. Diese Lesung ist ausverkauft.

Comedian Freddy Allerdisse ist Stammgast auf der Bühne des Lea-Drüppel-Theaters.

Comedian Freddy Allerdisse ist Stammgast auf der Bühne des Lea-Drüppel-Theaters. © Halterner Zeitung

Trotz allem ist Hans-Dieter Speikamp glücklich, sagen zu können, dass das Theater zurzeit unter finanziellen Gesichtspunkten nicht in seiner Existenz gefährdet ist. Zu verdanken ist diese Tatsache der Unterstützung durch kleine und große Spenden. Darüberhinaus gab es noch Fördermittel.

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Dennoch sei die Projektarbeit und -planung für alle Beteiligten, insbesondere aber natürlich für die Jugendensembles („Das Junge Ensemble“, die „Story Kids“ und die „Wilde Dreizehn“ ) sehr frustrierend. Mit sehr großem Engagement und Kreativität haben Jasmin Pawlak, Silke Eumann und Niclas Floer alle Kinder und Jugendlichen größtenteils per Videokonferenzen durch den ersten Lockdown geführt. Nach den Sommerferien konnten sie dann, wenn auch mit großen Einschränkungen, wieder mit den Präsenzproben beginnen.

Greta-Stück wurde corona-gerecht umgeschrieben

Beispielsweise steht das Junge Ensemble mit dem Stück „Momo?Greta?Wir!“ zum zweiten Mal wieder dicht vor der Aufführung. Nach dem ersten Lockdown wurde das Stück umgeschrieben, „Corona-gerecht“ gemacht, jetzt droht zum zweiten Mal das Aus. Dazu Hans-Dieter Speikamp: „Bisher ist die Gruppe aber noch wild entschlossen, das Stück im Dezember, wenn auch vor kleinem Publikum, aufzuführen.“

Kinder auf die Bühne zu holen, ist eines der wesentlichen Anliegen des Lea-Drüppel-Theatervereins.

Kinder auf die Bühne zu holen, ist eines der wesentlichen Anliegen des Lea-Drüppel-Theatervereins. © Mareike Graepel

Bedanken möchte er sich im Namen aller Verantwortlichen bei vielen Ticketkäufern, die die angebotene Erstattung in eine Spende für das Theater umgewandelt haben. „Uns ist noch nicht klar, wie es hier weitergeht. Wir werden wohl kein neues Halbjahresprogramm für das erste Halbjahr 2021 auflegen, da der Aufwand in keiner Relation zu dem Risiko eines neuerliche Shutdowns steht“, erklärt Hans-Dieter Speikamp. Wahrscheinlich werde das Lea-Drüppel-Theater bei besser werdender Situation und Stimmung spontan versuchen, die ein oder andere Veranstaltung anzubieten.

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