Immer aktuelle Zahlen für die Kita-Planungen

Monatliche Statistik

In der Diskussion um fehlende Kita-Plätze in Haltern warf die SPD der Verwaltung wiederholt eine „defensive Planung“ vor. Sie forderte deshalb eine engmaschige Datenerfassung. Die Zahlen überraschen.

HALTERN

, 22.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Immer aktuelle Zahlen für die Kita-Planungen

Auf dem Gelände eines städtischen Spielplatzes an der Lohhausstraße soll ein neuer Kindergarten entstehen

Die Nachfrage nach Kindergarten-Plätzen ist gestiegen, aber die Zahl der Kinder schwankt von Jahr zu Jahr, teilweise sogar von Monat zu Monat. Im Geburtsjahr 2014 waren 360 Kinder gemeldet. In diesem Jahr sank die Zahl auf 207 (Stand 1. August).

Rechnet das Jugendamt die Daten vom 1. Januar bis 30. Juli auf das Kalenderjahr hoch, klettert die Zahl allenfalls auf 310. Erstaunlich ist die Auswertung zwischen Juli 2017 und August 2017: In diesen vier Wochen wurden 40 Neugeborene in Haltern angemeldet (sie sind aber nicht alle in Haltern auf die Welt gekommen).

Stadt muss Zahlen nach oben korrigieren

Die Stadt ging zunächst von 286 Kindern bis Ende des Jahres aus, nun musste sie die Zahl nach oben korrigieren. „Allein diese Veränderung innerhalb eines einzigen Monats zeigt, dass selbst bei eng zusammenliegenden Auswertungsstichtagen Prognosen zur künftigen Entwicklung immer Schwankungen unterliegen, die nicht vorhersehbar sind“, erklärt dazu Jugendamtsleiter Gisbert Drees.

Die Karte zeigt die Meldedaten von Kindern der jeweiligen Geburtsjahrgänge von 2014 bis 2017 (hochgerechnet) für die einzelnen Ortsteile.

 

Trotz der in den Tabellen nachzulesenden Verringerung sei es aus Sicht der Verwaltung richtig, 2018 den zweigeschossigen Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Lohausstraße zu bauen. Denn die Stadt müsse den verstärkten Wunsch nach früher Betreuung im Blick behalten und ebenso die Situation im Ü-3-Bereich.

Kita trägt zur Integration bei

Um alle Kinder über drei Jahren betreuen und Elternwünsche berücksichtigen zu können, haben die Träger der Kitas aktuell die Gruppenstärken erhöht. „Es muss Ziel sein, diese wieder auf das normale Maß zu reduzieren“, sagt Drees.

Eine Verantwortung sieht das Jugendamt ferner gegenüber den Kindern von Flüchtlingsfamilien. Damit Integration gelingen könne, sollten dieses Kinder mindestens ein oder zwei Jahre vor der Einschulung in einer Kita betreut werden, so Drees. Hier sei allerdings noch Überzeugungsarbeit zu leisten, weil andere Kulturkreise eine Betreuung von Kindern außerhalb der Familie zumeist kritisch sehen.

Statistik soll künftig monatlich erstellt werden

Dem SPD-Antrag folgend erarbeitete die Verwaltung einen Überblick über die Entwicklung der Kinderzahlen während der letzten Kalender- und Kindergartenjahre. Diese Daten reichen aber laut Gisbert Drees allein nicht aus, um belastbare Schlussfolgerungen für die Kindergarten-Bedarfsplanung ziehen zu können.

Es seien zusätzlich Stichtage relevant, um Kinder der U-3- beziehungsweise der Ü-3-Betreuung zuordnen zu können. Dennoch wird zukünftig monatlich ausgewertet, sodass immer aktuelle Zahlen für weitere Planungen vorliegen. Anliegen der SPD war, mit gegenwartsnahem Zahlenmaterial konzeptionelle Entscheidungen frühzeitiger treffen zu können als bisher.

Über den Antrag wird am Donnerstag (28. September) im Ausschuss Generationen/Soziales debattiert. Die Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im neuen Rathaus, Dr.-Conrads-Straße 1.

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