Immer mehr Halterner müssen zum Job pendeln

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Die Pendlerzahlen in die Metropolen steigen - auch in Haltern. Jetzt werden Forderungen nach Gegenmaßnahmen laut.

Haltern

, 26.10.2019, 12:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

152.000 Menschen pendeln im Kreis Recklinghausen regelmäßig über Landstraßen und Autobahnen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, um ihre Arbeitsstellen zu erreichen. Das ist eine Steigerung von 26 Prozent seit dem Jahr 2000. Auch in Haltern steigen die Pendlerzahlen.

2013 machten sich 11.612 Pendler auf den Weg von ihrem Halterner Wohnsitz zu ihre Arbeitsstelle. Das entsprach 62,3 Prozent. 2017 waren es schon 12.566, ein Prozentsatz von 64,5. Tendenz weiter steigend, denn auch die Zahl der Einpendler in die Seestadt wächst: von 4224 (37,6 Prozent) in 2013 auf 4822 (41,1 Prozent) im Jahr 2017. Diese Zahlen finden sich im Pendleratlas NRW der Landesstatistikstelle IT.NRW

Investitionen in bezahlbaren Wohnraum

Von einem alarmierenden Trend spricht in diesem Zusammenhang Georg Nießing, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ( IG Bau) im Bezirk Emscher-Lippe. Hauptursache für den Pendler-Boom sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Groß- und Unistädten.

Arbeitnehmer könnten sich die dortigen Mieten oder Wohnungskosten nicht mehr leisten. Wertvolle Zeit für Familie, Freunde oder Hobbys gehe verloren, wenn man täglich 50 Kilometer und mehr zum Arbeitsplatz fahren müsse. Auch die Umweltbilanz werde dadurch belastet. Die IG Bau fordert deshalb Investitionen in den Wohnungsbau in Großstädten und in die Verkehrsinfrastruktur.

In Haltern hat die Pendlerbewegung aber zum Teil andere Gründe. Hier pendeln die meistern Berufstätigen (2365) in den Chemiestandort Marl. Sie wohnen wegen der höheren Wohnqualität in Haltern. Erst auf den Plätzen zwei bis vier liegen die größeren Städte bei den Pendlerzahlen: nach Recklinghausen pendeln 1330 Berufstätige, nach Essen 837 und nach Münster 810.

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