Immer mehr Schüler wollen zur Silverbergschule: Die Stadt Haltern muss Klassenräume anbauen

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Es gab Zeiten in Haltern, da wurde die Existenz von Grundschulen in Frage gestellt. Die sind vorbei. Im Gegenteil: Die Stadt erweitert ab Sommer 2020 die Silverbergschule.

Haltern

, 24.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 2020 werden 377 Kinder an Halterner Grundschulen eingeschult. Das sind 47 mehr als in diesem Sommer. „Es bestätigt sich, dass die Prognosen des Schülerrückgangs durch die Statistikämter für Haltern nicht zutreffen“, erklärte Stadtkämmerer und Schuldezernent Dirk Meussen im Ausschuss Schule, Kultur und Sport am Dienstagabend.

Besonders hohe Anmeldezahlen verzeichnet das städtische Schulamt für die aktuell zweizügige Silverberg-Grundschule im Westen der Stadt. „Mit dieser Größenordnung haben wir nicht gerechnet“, sagte Meussen.

Die Schule wächst

Bisher sind 73 Jungen und Mädchen angemeldet, im letzten Jahr waren es 54 (zum Vergleich: im Schuljahr 2015/16 waren es nur 31). Ab 57 Schüler muss eine dritte Klasse eingerichtet werden. Die Stadt rechnet auch in den kommenden Jahren mit mehr Schülern an diesem Standort, deshalb will sie Platz schaffen.

Meussen erinnerte daran, dass die Silverbergschule in der Vergangenheit zu einer dreizügigen Grundschule ausgebaut und jahrelang dreizügig geführt worden sei. Die Schülerzahlen aber gingen zurück, während die OGS großen Zulauf hatte. Die Schule fiel auf zweizügig zurück und gab deshalb Klassenräume für die OGS-Betreuung ab. Das Angebot nutzten anfangs 25 Kinder, heute sind es 110.

Zurück zu dreizügig

„Für eine dritte Eingangsklasse ist definitiv kein Platz mehr“, stellte Dirk Meussen fest. So habe die Stadt vor der Wahl gestanden, Erstklässler zu den beiden anderen innerstädtischen Grundschulen zu schicken oder die Silverbergschule zu erweitern. Die Stadt nahm Kontakt zur Schulaufsicht auf, diese wiederum signalisierte, die Silverbergschule könne künftig wieder dreizügig geführt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Stadt neue Räume schafft.

Unterricht im Pavillon

So hat die Verwaltung entschieden, im Sommer 2020 Pavillons mit zwei Klassenräumen zu mieten und an der Silverbergschule aufzustellen. Die Kosten für Gründung, Anschlüsse und Miete liegen bei etwa 100.000 Euro. Dieses Geld hat die Stadt, weil sie rund 130.000 Euro mehr als bisher angenommen an Schlüsselzuweisungen vom Land bekommt.

„Die Übergangszeit bis 2022 nutzen wir, um einen dauerhaften Anbau an die Grundschule zu planen“, kündigte Dirk Meussen an. Denn die Stadt rechnet auch in den nächsten Jahren mit ähnlich hohen Anmeldezahlen. Deshalb und weil die OGS auf Dauer mehr Platz braucht, mache eine Erweiterung Sinn.

Generationenwechsel

Das Neubaugebiet, so ist die Verwaltung sicher, spiele sicherlich eine Rolle bei der Entwicklung der Schülerzahlen. Dirk Meussen ergänzt: „Sicherlich kommt hinzu, dass die umliegenden Wohngebiete durch Generationenwechsel im Umbruch sind. Hier wohnen jetzt viele junge Familien.“

Aktuell besuchen 211 Kinder die Silverbergschule. Für den Unterricht stehen acht Klassenräume sowie kleinere Neben-, Mehrzweck- und Differenzierungsräume zur Verfügung. Die OGS nutzt vier Klassenräume und einen Mehrzweckraum.

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