In Praxen wird das Material knapp – ein Hausarzt bittet die Halterner um Hilfe

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Weil sich viele Menschen privat mit Schutzmasken oder Desinfektionsmittel eingedeckt haben, fehlt das Material in Praxen. Hausarzt Björn Hollensteiner bittet deshalb die Halterner um Hilfe.

Haltern

, 28.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Halterner Praxen wird langsam aber sicher das Material knapp. Der Halterner Hausarzt Björn Hollensteiner hat deshalb am Donnerstagabend die Halterner in einer Facebook-Gruppe um Hilfe gebeten. Vor allem Handdesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel und Schutzmasken würden benötigt.

„Um den Betrieb der Praxen für Sie und uns sicher aufrecht zu erhalten, bittet das Halterner Ärztenetz alle, die vielleicht mehr dieser Artikel, als für den Privatgebrauch der nächsten Wochen nötig, gekauft und bevorratet haben, um Mithilfe. Bitte unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit, indem Sie einen kleinen Teil Ihrer Vorräte in einer Praxis Ihrer Wahl abgeben“, schreibt Hollensteiner in seinem Beitrag.

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Alle Praxen benötigen Hilfe

Er betont dabei, dass es bei dem Aufruf nicht nur um Arztpraxen in Haltern gehe, sondern etwa auch um Physiotherapie- oder Ergotherapie-Praxen. In seiner Praxis seien bislang noch keine Hilfen abgegeben worden. Das liege aber einfach daran, dass sie freitags geschlossen ist. „Von den anderen Praxen in Haltern habe ich auch schon gehört, dass dort Material abgegeben worden sei“, sagt Hollensteiner. Er sei außerdem von vielen Menschen angeschrieben worden, die helfen wollen.

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Mit dem Post habe er an den Gemeinsinn appellieren wollen. „Ich bin stolz und glücklich wie der Beitrag geteilt worden ist“, sagt Hollensteiner. Er wolle vor allem bezwecken, dass Menschen, die sich vor einigen Wochen schon mit größeren Mengen eingedeckt haben, hinterfragen, ob sie so viele Masken und Desinfektionsmittel wirklich brauchen. „Die Materialien können uns auch anonym vor die Tür gestellt werden“, sagt Hollensteiner.

Mangel an Schutzkleidung bereitet die größten Probleme

Im Großhandel sei das Desinfektionsmittel seit zwei, drei Wochen nicht mehr lieferbar, sagt Hollensteiner. Außerdem seien die Preise enorm gestiegen, bei Desinfektionsmittel um das Dreifache, Masken seien fast zehnmal so teuer.

Der Mangel an Schutzkleidung bereitet den Praxen aktuell die größten Probleme. Eine Masken-Lieferung der Kassenärztlichen Vereinigung, die eigentlich im Laufe der Woche (23. bis 27. März) hätte eintreffen sollen, verzögert sich um eine Woche. „Schutzmasken sind wirklich knapp“, sagt Hollensteiner.

Eine Frau fragt unter dem Beitrag nach, ob auch selbst genähte Masken helfen. „Um uns selbst zu schützen und weiter behandeln zu können, brauchen wir eigentlich dichtere Schutzmasken“, erklärt der Hausarzt. „Die selbst genähten Masken können aber trotzdem helfen.“ In seiner Praxis hätten sie bereits einfache Schutzmasken an Patienten im Warteraum verteilt, die Husten hatten, aber trotzdem zum Arzt mussten.

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