In Restaurants und Kneipen in Haltern könnte das Bier bald teurer werden

rnPreiserhöhung bei Fassbier

Die Radeberger Gruppe hat angekündigt, den Preis für Fassbier zu erhöhen. Andere Brauereien ziehen mit. Ein Halterner Gastronom kündigt deshalb an, seine Bierpreise anpassen zu wollen.

Haltern

, 27.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bier in der Kneipe oder im Restaurant könnte bald teurer werden. Anfang des Jahres hat der größte deutsche Bierhersteller, die Radeberger Gruppe, eine Preiserhöhung seines Fassbieres angekündigt. Ab dem 2. März soll der Preis angehoben werden, teilte Radeberger-Sprecherin Birte Kleppien mit. Dazu, wie hoch der Anstieg ausfallen wird, will das Unternehmen hingegen keine Angaben machen.

Die Radeberger Gruppe begründete die Preiserhöhungen mit stetigen Kostensteigerungen, die nun nicht mehr intern kompensiert werden könnten. Sie verweist unter anderem auf höhere Logistik-, Energie- und Verpackungskosten sowie Investitionen in das Mehrwegsystem und Tariferhöhungen.

Zur Gruppe gehören unter anderem die Marken Radeberger, Jever, Schöfferhofer, Berliner Kindl und viele Dortmunder Biere. Bei nahezu allen Marken will Radeberger die Preise erhöhen. Auch bei Flaschenbieren passt das Unternehmen teilweise die Preise an, etwa bei Schöfferhofer Weizen oder Berliner Pilsener.

Wie viel teurer das Bier wird, ist noch nicht genau abzuschätzen

Bei den Erhöhungen handelt es sich um Abgabepreise der Brauereien an Getränkefachgroßhandlungen, Gastronomie oder den Handel. Ob und in welchem Umfang sie auf die Verbraucherpreise durchschlagen, ist noch nicht klar.

Unter anderem Krombacher und Veltins kündigten an, ihre Preise ebenfalls erhöhen zu wollen. Während die Krombacher Brauerei sich zur genauen Höhe nicht äußern möchte, nannte Veltins-Pressesprecher Ulrich Biene eine Preiserhöhung von umgerechnet 2,5 Cent für ein 0,3 Liter Bier. Biene merkt aber an, dass das der erhöhte Preis sei, den die Brauerei ab dem 1. März von Getränkefachgroßhändlern verlangen werde.

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„Das heißt nicht, dass der Bierpreis in der Kneipe dann nur um diesen Betrag steigt. Wenn der Fachgroßhändler auch noch höhere Kosten hat, kann es sein, dass er die an den Gastronomen weitergibt“, sagte Biene auf Anfrage. Der Gastronom habe wiederum andere Kosten wie Miete und Service, die er in seine Kalkulation mit einbeziehen müsse. Deshalb ließe sich schwer sagen, ob der Bierpreis in der Gastronomie stiege und wenn ja, wie hoch dieser Anstieg dann ausfiele.

„Der Gast steht dann dabei leider am Ende der Nahrungskette“

„Wenn die Preise erhöht werden, ist das meist eine Kette. Die höheren Kosten werden dann an jedes Glied weitergegeben“, sagte der Halterner Gastronom und Hoga-Vorsitzender (Halterner Hotel- und Gaststättenverband) Christian Zehren. „Für den Wirt ist das dann in der Summe eine empfindliche Größe. Der Gast steht dann dabei leider am Ende der Nahrungskette und kann die Kosten auf niemanden umlegen.“

Zehren betreibt in Haltern das Rossini, die Kajüte, die Kombüse und den Kolping-Treff. „Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen wir da leider mitziehen.“ Zehren glaubt auch, dass im Endeffekt alle Brauereien ihre Preise erhöhen werden: „In der Vergangenheit ist es immer so gewesen, dass erst eine Brauerei anfängt und dann alle anderen nachziehen.“

Sylvia Hildebrandt, Pächterin der Schänke, kann die Preissteigerung der Brauereien nicht ganz nachvollziehen. „Der Preis für Kistenware bleibt ziemlich konstant, während es für die Gastronomie immer teurer wird“, sagte sie. „Damit wird es für uns nicht leichter.“

Preisanpassungen sind Abwägungssache

In der Schänke gibt es Veltins, König Pilsener, Frankenheim Alt und Krombacher vom Fass. Preisanpassungen wolle Hildebrandt aber erst mal nicht vornehmen, sondern zunächst abwarten, wie hoch die Preise tatsächlich stiegen. „Wir schauen immer, dass wir es hinkriegen, das nicht auf unsere Gäste abzuwälzen“, sagte sie.

Für Gastronomen sei das keine leichte Abwägungssache, sagte Thorsten Hellwig, NRW-Sprecher des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), auf Anfrage. Der Wettbewerb in der Gastronomie sei so intensiv, dass sie sich immer fragen müssten, ob die Erhöhung für den Kunden zumutbar sei.

„Grundsätzlich finden wir jede Art von Preiserhöhung natürlich nicht schön, weil er unsere angebotenen Produkte verteuert“, sagte Hellwig. „Und gerade Bier ist für viele Betriebe eine ganz wichtige Komponente.“

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