Ist der Wolf doch nur ein Hund?

Gerüchteküche brodelt weiter

Ist der Lavesumer "Wolf" doch kein echter Wolf? Bei dem in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach in der Hohen Mark und auf dem Platzteil des Truppenübungsplatzes Haltern bei Lavesum gesichteten Tier könnte es sich möglicherweise um einen Tschechoslowakischen Wolfshund handeln.

LAVESUM

, 21.04.2016, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Das ist mein Rüde. Da bin ich mir sicher", behauptet die Halternerin Nicole Georg. Anfang 2015, so erzählt sie auf Anfrage unserer Zeitung, habe sie Marley, ihren Tschechoslowakischen Wolfshundrüden, an einen neuen Besitzer in Bissersheim im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim vermittelt. Bei seinem neuen Besitzer sei Marley am 5. Mai des vergangenen Jahres ausgebüxt. Über den Verbleib des Tieres nach seinem Ausbruch aus dem dortigen Gehege sei bisher nichts bekannt.

350 Kilometer entfernt

Die Ortsgemeinde liegt etwa 350 Kilometer Luftlinie von Haltern entfernt. Die 33-Jährige ist davon überzeugt, dass ihr Hund die weite Strecke auf sich genommen hat, um zu ihr zurückzukehren. "Ich traue ihm das zu", so Nicole Georg. Marley habe sich vermutlich allein durchgeschlagen, "was einem Wolfshund aufgrund seiner robusten Natur und der großen genetischen Nähe zum Wolf nicht schwerfällt." Der Hund sei extrem scheu, aber harmlos, sagt die junge Frau. Sollten in den kommenden Tagen weitere Hinweise über Sichtungen eingehen, wolle sie sich mit Bekannten auf die Suche machen. Was gegen die Behauptung der jungen Frau spricht: Jos de Bruin, Wolfsexperte vom Naturwildpark Granat, hatte sich festgelegt, dass das Tier auf dem Bild aus seiner Sicht tatsächlich ein echter Wolf sei.

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In einem Bericht der WDR-Lokalzeit Dortmund vom Mittwochabend hatte sich Peter Schütz, Sprecher vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), geäußert. Experten seien nach einem Abgleich mit der Bilddatenbank des LUPUS Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung zu dem Ergebnis gekommen, dass das Tier ein Wolfshund sei. Allerdings stellte sich gestern heraus, dass vom WDR offenbar versehentlich ein Bild von Marley und nicht das vermeintliche Wolfsbild zur Analyse weitergereicht worden war.

Hobbyfotograf

Licht ins Dunkle könnte jetzt ein Hobbyfotograf bringen. Er hat sich gestern in unserer Redaktion gemeldet und mitgeteilt, dass es sich bei dem in Umlauf gebrachten Foto um seine Aufnahme handele. Er will sich im Gespräch mit unserer Zeitung ausführlich zu der Angelegenheit äußern (wir berichten weiter). Er, so betont der junge Mann, sei sich sicher, dass das Tier auf seinem Foto ein echter Wolf sei. Meldungen über gerissene Schafe, was für eine Wolfsansiedlung sprechen könnte, sind beim Kreisveterinäramt bisher nicht eingegangen. 

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