Jäger machen seltenen Fund

Rettungsaktion im Revier

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Reviergang werden. Mal eben nach dem Rechten schauen, die Standsicherheit einiger Hochsitze kontrollieren und die ersten warmen Sonnenstrahlen in der Natur genießen. Doch ihr Ausflug in die Haard endete für zwei Jäger mit einer spektakulären Rettungsaktion.

HALTERN

, 17.03.2015, 18:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Dieses Erlebnis wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben“, sagt Thomas Thies im Gespräch mit unserer Redaktion.

Anfang der Woche war der Arzt mit einem befreundeten Jagdkollegen durch sein Revier in der Haard gelaufen, als plötzlich ein Greifvogel auf sich aufmerksam machte. „Das Tier war einige Meter entfernt in einem dichten Kiefernbestand. Wir dachten zunächst, dass es ein Bussard ist“, erzählt der erfahrene Jäger.

Kraftloser Uhu

Beim näheren Hinsehen habe sich der große Greifvogel dann jedoch eindeutig als Uhu identifizieren lassen. Thies: „Leider mussten wir feststellen, dass das Tier völlig kraftlos wirkte. Wir mussten also handeln.“

Während sein Jagdkollege vor Ort blieb, um das Tier nicht aus den Augen zu verlieren, besorgte Thies eine Decke. „Damit konnten wir den Uhu überlisten.“ Anschließend habe er Michael Hähnel, den Leiter der Auffang- und Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen am Forsthof Haard, kontaktiert. „Er hat sich sofort um den Notfall gekümmert“, erzählt Thies.

Zustand kritisch

Der Zustand des verletzten Uhus ist derzeit offenbar stabil, aber kritisch. „Für eine Prognose seiner Überlebenschancen ist es aber noch zu früh“, sagte Hähnel auf Anfrage unserer Zeitung. Der Vogel habe einige innere Verletzungen erlitten. Auch ein Flügel sei in Mitleidenschaft geraten. Woher die Verletzungen stammen, kann Hähnel nur spekulieren.

„Möglicherweise ist der Uhu mit einem Auto oder einem Hochspannungsmast kollidiert.“ Bei dem Tier handele es sich um ein etwa ein Jahr altes Weibchen. „Der Uhu steht noch unter Schock und braucht jetzt ganz viel Ruhe“, betont Hähnel. In freier Wildbahn kommen Uhus relativ selten vor. In ganz NRW gibt es laut Hähnel aktuell rund 200 Brutpaare, einige davon im Kreis Recklinghausen.

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