Jede Menge Arbeit

Holtwick Erna bekommt einen Klaps aufs Hinterteil. Dann greift Heinz Bernd Gerding zum Melkapparat und legt ihn an. Der Landwirt hat zehn Milchkühe, 50 Sauen, dazu noch Rinder und Mastbullen.

30.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Niklas Meintrup ist begeistert. Der neunjährige Lavesumer hat sich in den Kopf gesetzt, Landwirt zu werden. Besonders Kühe und Schweine will er halten. Die Arbeit schreckt ihn nicht.

Er ist bestens informiert darüber, wie Güllegitter und Futteranlagen funktionieren. Auf dem Hof der Familie Gerding an der Holtwicker Straße schaut er sich mit großem Interesse um. "Wir sind nicht besonders modern", beschreibt Gerding den Familienbetrieb, in dem Eltern, Ehefrau Andrea und die vier Söhne Bernd, Mike, Lukas und Jonas im Alter von acht bis 15 Jahren mit anpacken müssen. In der Arbeitsspitze, wie im Augenblick bei der Getreideernte, ist Gerding bis abends um zehn beschäftigt. "Sonst geht der Wecker morgens um halb sieben und um sieben Uhr abends sitzen wir alle zusammen am Abendbrottisch."

Neben den Großtieren gibt es noch Kaninchen, Rebhühner, Enten, Hühner, Gänse, Tauben und eine Voliere mit Sittichen. Bei Gerdings ist jede Menge Aktion. "Wir arbeiten beim Füttern Hand in Hand." Davon kann sich Niklas überzeugen, streut den Schweinen Futter in die Rinne, fegt den Stall, nachdem die Rinder versorgt wurden. "Ganz schön anstrengend", meint er dann doch. Oder eher ungewohnt.

Nächste Generation

400 Großballen Stroh bevorratet der Bauer, braucht 100 Tonnen Fertigfutter pro Jahr für die Mastschweine. 35 Hektar Ackerfläche müssen bewirtschaftet werden. Niklas setzt sich schon mal in den Trecker. Darüber, wie er als Landwirt mal Urlaub machen kann, hat er sich auch schon Gedanken gemacht. "Nachbarn helfen aus oder der Mann meiner Schwester."

Der Blick in die Zukunft scheint für Niklas ziemlich realistisch zu sein. Nach zwei Stunden Aktion auf dem Hof Gerding rückt er keinen Millimeter von seinem Traumberuf ab. Heinz Bernd Gerding allerdings macht sich heute schon Gedanken über den Fortbestand des Hofes. Sohn Bernd (15) möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten. "Wir können hier am Standort nicht mehr erweitern", weiß Gerding. Damit der Betrieb eine weitere Generation ernähren kann, seien sicherlich Umstrukturierungen notwendig. Ellen Adam

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