Jedes Papierschiffchen steht für einen ertrunkenen Menschen

Aktion Menschenrechte

Ein Meer aus 1319 Papierschiffchen „segelte“ um den Brunnen am Marktplatz in Haltern, als Zeichen gegen die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung.

Haltern

, 11.12.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jedes Schiffchen steht für einen im Mittelmeer ertrunkenen Menschen im Jahr 2019.

Jedes Schiffchen steht für einen im Mittelmeer ertrunkenen Menschen im Jahr 2019. © Antje Bücker

Engagierte Ehrenamtliche haben am Donnerstag (10. Dezember), dem Tag der Menschenrechte, auf dem Marktplatz in Haltern mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die zahlreichen Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Elend ihr Leben verloren haben, aufmerksam gemacht.

Der ungewohnte Anblick der Schiffchen machte zahlreiche Passanten neugierig, die Information dahinter erschütterte. Jedes der 1319 Papierschiffchen stand stellvertretend für einen Menschen, der im Jahr 2019 auf der Flucht vor Krieg und Elend im Mittelmeer sein Leben verloren hat. Die zivilen Seenotretter werden häufig an ihrer Arbeit gehindert und werden in vielen Häfen abgewiesen.

Die ev. Frauengruppe Haltern um Pfarrerin Renate Leichsenring (sitzend) klärten über Missstände der Seenotrettung auf.

Die ev. Frauengruppe Haltern um Pfarrerin i.R. Renate Leichsenring (sitzend) klärten über Missstände der Seenotrettung auf © Antje Bücker

Gefaltet und aufgestellt hatte sie die evangelische Frauenhilfegruppe Haltern und war damit dem Aufruf der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen gefolgt. In Kooperation und mit Hilfe des Asylkreises Haltern machten sie mit ihrer Aktion unter dem Motto „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ auf Missstände aufmerksam, unter denen heute noch weltweit unzählige Menschen zu leiden haben.

„Ein Menschenleben ist unbezahlbar. Seenotrettung nicht“, erklärten die Frauen um die Initiatorin der Aktion, Pfarrerin i. R. und Sprecherin des Evangelischen Bezirksverbandes Recklinghausen, Renate Leichsenring. Um die Seenotrettung voranzutreiben, wurde auch um Spenden für die Organisation Sea Eye gebeten für die Anschaffung eines weiteren Rettungsschiffes. Die Aktion endete mit einem Gebet. Das kirchlich initiierte Bündnis „United4Rescue – gemeinsam Retten e.V“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die Seenotrettung zu unterstützen.

Spendenkonto: Trägergemeinschaft Gemeinsam Retten e.V. IBAN: DE93 1006 1006 1111 1111 93, BIC GENODED1KDP, Bank für Kirche und Diakonie eG – KD-Bank, Verwendungszweck: „Drowned Requiem“
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt