„Kein Gewissen“: Großer Schock für das Treibsand nach einem Einbruch

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Die Betreiber der Location „Treibsand“ am Halterner Silbersee II waren ziemlich erschrocken, als sie am Mittwochmorgen zur Arbeit fuhren. So einen Vandalismus haben sie noch nie erlebt.

Haltern

, 24.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schock sitzt tief. Als Helmut und Martina Kuchel, Betreiber des „Treibsand“ am Halterner Silbersee II, am Mittwochmorgen in ihre Location eintraten, erlebten sie eine bitterböse Überraschung. In der Tür begrüßte sie ein aufgebrochener Zigarettenautomat, die Zigaretten und das Geld waren raus. Doch beim Blick in das Treibsand kam es noch schlimmer.

Dieses Bild erwartete Helmut und Martina Kuchel beim Eintritt.

Dieses Bild erwartete Helmut und Martina Kuchel beim Eintritt. © Privat

Abgesehen hatten es die Einbrecher vorrangig auf die Spirituosen im Treibsand, sagt Helmut Kuchel. „Da fehlen uns bestimmt bis zu 4000 Euro.“ Teure Belvedere-Vodka-Flaschen und wertvolle Sondereditionen der Champagner-Marke Moet stahlen die Einbrecher von den Regalen und aus dem Lager. Doch das war noch nicht alles.

Einen hochwertigen Beamer nahmen die Einbrecher genauso mit, im Handel nicht erhältliche Teesorten und die Kasse sind ebenfalls nicht mehr da. „So einen Vandalismus habe ich noch nie erlebt“, sagt Kuchel. Der wirtschaftliche Schaden sei enorm. „Das trifft uns hart“, sagt er. Eine genaue Schadenshöhe kann er noch nicht nennen, so viel wurde gestohlen.

Viele Dinge ließen die Einbrecher nicht an ihrem angestammten Platz.

Viele Dinge ließen die Einbrecher nicht an ihrem angestammten Platz. © Privat

Als habe die Coronavirus-Krise das Treibsand nicht schon hart genug leiden lassen, beklagt Kuchel. Die Location hatte während und nach dem Lockdown insgesamt zehn Wochen geschlossen und damit länger als alle anderen Restaurants. „In der Zeit konnten wir keinen Umsatz machen“, sagt Kuchel. Weil der Silbersee nicht öffnen durfte, musste auch das Treibsand geschlossen haben. Nicht einmal ein Mitnehm-Verkauf war möglich.

Blaues Auge wird immer größer

Als das Treibsand wieder öffnen durfte, war die Erleichterung bei Helmut Kuchel und seiner Frau dementsprechend groß. In Relation zu den Gegebenheiten in diesem Jahr, sagt Kuchel, „sind wir noch gut weggekommen“. In einem Facebook-Post, den er nach dem Einbruch veröffentlichte, heißt es: „Wir haben gehofft, dieses Jahr mit einem kleinen blauen Auge zu überstehen.“ Der Schock und das blaue Auge nach diesem Einbruch sind umso größer.

„In diesen Zeiten ist so ein Einbruch einfach zusätzlich doof“, sagt er. „Der Schaden ist äußerst ärgerlich.“ Er möchte für alle Gastronomen, aber auch die Veranstaltungsbranche, die noch härter betroffen sei, sprechen: „Solche Einbrüche helfen unseren Branchen nicht, wir sind sowieso schwer getroffen.“

Kuchel äußerst scharfe Kritik

Die Einbrecher kritisiert er aufs Schärfste: „Solche Menschen haben kein Gewissen. Die Hauptsache für die ist, die können irgendwo etwas klauen, wo sie nicht erwischt werden können.“

Eingebrochen sind die Diebe übrigens nicht durch die Vordertür. Mit ihrem Wagen sind sie auf das Gelände der Kalksand-Werke gefahren und dann über den Zaun in Richtung Treibsand geklettert. Um das Diebesgut zu transportieren, nutzten sie die gelbe Tonne und eine Sackkarre der Gaststätte.

Sämtliche Schränke rissen die Einbrecher auf.

Sämtliche Schränke rissen die Einbrecher auf. © Privat

Die Tatzeit liegt zwischen 2 und 4 Uhr in der Nacht zu Mittwoch. Die Täter, zwei Personen waren es, trugen Jogginghosen. Das alles kann genau bestimmt werden, weil es die Videoaufnahmen der Überwachungskamera des Treibsand hergeben. Gesichter nahm die Kameras allerdings nicht auf.

Den Kopf in den Sand stecken, möchte Helmut Kuchel aber nicht. Auch deswegen setzte er einen emotionalen Facebook-Post auf. „Wir wollten unserem Ärger Luft verschaffen mit dem Post“, sagt er. Und der Post hatte zudem viel Gutes: „Uns haben viele, aufmunternde Nachrichten erreicht“, sagt Kuchel.

Diese Worte postete das Treibsand nach dem Einbruch bei Facebook.

Diese Worte postete das Treibsand nach dem Einbruch bei Facebook. © Privat

Seine Frau und er haben sich sehr über die vielen aufmunternden Worte gefreut. Auch befreundete Gastronomen meldeten sich und boten ihre Hilfe an. So rief Alfons Schnieder an, Geschäftsführer des Jammertal, und bot beispielsweise eine Kasse an. Helmut Kuchel dankte und appellierte: „Unsere Branche kann diese Zeit nur zusammen überstehen.“

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