Kein Unterricht in Halterner Schulen wegen Corona - Schulleitungen planen die Notbetreuung

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Laut Erlass des Schulministeriums NRW findet seit Montag auch in Haltern kein Unterricht in den Schulen statt. Die Notfallbetreuung greift ab Mittwoch. Bisher ist die Nachfrage überschaubar.

Haltern

, 16.03.2020, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anweisung des Schulministeriums in der vergangenen Woche war unmissverständlich: Alle Schulen im Land NRW wurden zum 16. März bis zum Beginn der Osterferien durch die Landesregierung geschlossen. Bereits seit Montag ruht der Unterricht in den Schulen. Bis einschließlich Dienstag (17. März) können Eltern aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken, wo sie in der regulären Unterrichtszeit betreut werden. Danach werde eine Notfallbetreuung eingerichtet, für Kinder der Jahrgänge 1 bis 6, deren Eltern in unverzichtbaren Funktionsbereichen - insbesondere im Gesundheitswesen – arbeiteten. Gleiches gilt für Kindertagesstätten. Die Eltern wurden von den Schulleitungen informiert.

Maximal sind fünf Kinder pro Schule und Kita gekommen

Am Montag war die Nachfrage nach Betreuung noch überschaubar. Wie Stadtsprecher Georg Bockey mitteilte, seien am Montagmorgen gegen 9.30 Uhr pro Einrichtung (Schulen und Kitas) maximal fünf Kinder gekommen, die betreut werden mussten.

Am Joseph-König-Gymnasium war am Montag ein einziger Schüler der Jahrgangsstufe 6 anwesend, wie Schulleiter Ulrich Wessel auf Anfrage sagte. Auch die Nachfrage nach einer Notfallbetreuung ab Mittwoch sei am Morgen noch nicht groß, so Ulrich Wessel weiter. Bis Dienstag können sich Eltern noch für die Betreuung im Sekretariat anmelden.

Es gebe zudem im Kollegium einen Coronavirus-Verdachtsfall. „Es handelt sich um jemanden aus Münster, der am Sonntag getestet wurde.“ Das Ergebnis läge noch nicht vor, sagt Wessel. „Trotz des Verdachtes wird die Schülerbetreuung sichergestellt“, erklärt der Schulleiter. Für die insgesamt 117 Abiturienten sei die Wiederholungsphase des Stoffs fast abgeschlossen, sie bekämen die Aufgaben per Mail. „Das Land geht zurzeit noch davon aus, dass die Prüfungen nach den Osterferien stattfinden können“, so der Pädagoge. Aber auch ein dezentrales Abitur sei im Ernstfall möglich.

Corona-Verdachtsfall im Gymnasium

Zwei Schüler der 6. Klasse mussten am Montagmorgen in der Joseph-Hennewig-Hauptschule betreut werden, teilte Schulleiterin Dagmar Perret auf Anfrage mit. Aktuell sehe es so aus, als ob ab Mittwoch nur eine Schülerin betreut werden müsse. Eltern aus den entsprechenden unverzichtbaren Arbeitsbereichen könnten den Bedarf noch bis Dienstagvormittag im Sekretariat anmelden. Die Hauptschule stelle auf ihrer Homepage die entsprechenden Aufgaben für die restlichen Schüler zur Verfügung.

Stresstest für Lerninhalte

In der Alexander-Lebenstein-Realschule gab es bis Montag um kurz vor 10 noch keine Nachfrage nach einer Notfallbetreuung ab Mittwoch. Ebenfalls bis Dienstag können Eltern sich hierfür anmelden. „Dann schauen wir, wie hoch der Bedarf ist“, sagt Schulleiter Frank Cremer. Für die Betreuung schieden Lehrkräfte über 60 Jahre, Vorerkrankte und Schwangere natürlich aus. Für die Schulcloud, eine interaktive Kommunikationsplattform, auf der Lerninhalte ausgetauscht werden, sei das der erste „Stresstest“, wie Cremer es nannte. Die Realschule verfügt als einzige Schule in der Stadt über solch eine Plattform. Schüler könnten hierbei individuell Kontakt zu ihren Lehrern aufnehmen und umgekehrt.

An der Silverbergschule waren am Montagmorgen fünf Kinder vor Ort. Man plane gerade die Notfallbesetzung, sagte Schulleiterin Veronika Beher, die auch Sprecherin der Halterner Grundschulen ist, auf Anfrage. Noch könne sie keine genaueren Aussagen machen. Am Wochenende haben die Lehrkräfte die Klassenpflegschaftsvorsitzenden informiert. „Da machen Whatsapp-Gruppen gerade Sinn“, so Beher weiter. Das Schulmaterial würde den Eltern über Email geschickt. Mit den Leiterinnen und Leitern der anderen Schulen stehe sie in engem Kontakt.

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