Keine Neubaugebiete in den nächsten Jahren

Neuer Flächennutzungsplan

Seit 2007 arbeitet die Stadt an einem neuen Flächennutzungsplan. Er stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung Halterns für die nächsten 15 bis 20 Jahre dar. 2017 könnte der neue Plan in Kraft treten. Das Verfahren ist abgeschlossen, allerdings nicht ohne Widersprüche.

HALTERN

, 07.07.2016, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Neubaugebiete in den nächsten Jahren

Baugebiet Elterbreischlag, Sythen, Haltern, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

280 Einwendungen von Bürgern und Behörden hat es gegeben. Nach der letzten Offenlage und der Abwägung aller Anregungen und Bedenken werden die Unterlagen nun weitergereicht an die Bezirksregierung Münster zwecks Genehmigung. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt Dienstagabend einstimmig. 

Ortsteile versorgen

Im neuen Flächennutzungsplan sind für die nächsten 15 Jahre 7,3 Hektar Fläche für Wohnungsbau ausgewiesen, 3,8 Hektar für neue Mischgebietsflächen und 10,1 Hektar für neue Gewerbegebiete. Politischer Wille ist, Ortsteile mit Infrastruktur wie Lavesum, Flaesheim, Hullern und Lippramsdorf in Maßen mit Bauland zu versorgen. Ortsteile mit weniger als 2000 Einwohnern und Splittersiedlungen hingegen werden entsprechend landesplanerischer Vorgabe nicht mehr als Wohnbaufläche dargestellt. Betroffen sind unter anderem Holtwick oder Bergbossendorf.

„Die Rücknahme der Wohnbauflächen erntete während der Auslegung größte Kritik“, erklärte Jacqueline Ahn vom Coesfelder Stadtplanungsbüro Wolters in der Sitzung. Ortslagen in Außenbereichen ohne Schule, Kindergarten und Nahversorgung werden, so Jacqueline Ahn, lediglich als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Das heiße aber nicht, dass diese Siedlungen ausbluten. Kleinere An- und Umbauten seien möglich, nur keine Erweiterungen.

Gute Infrastuktur

Siedlungsschwerpunkte hingegen sind Haltern und Sythen wegen ihrer sehr guten Infrastruktur. Landes- und Regionalplanung lassen hier eine Weiterentwicklung zu – wenn auch nur in Maßen dem Bedarf angepasst. Neubaugebiete wird es in Haltern in den nächsten Jahren nicht mehr geben. Das hält die CDU für eine Fehlentscheidung. Dazu Wolfgang Ulke: „Alle negativen Prognosen für Haltern waren bislang falsch. Wir brauchen privates und gewerbliches Bauland. Es kann nicht sein, dass Haltern durch überregionale Institutionen ausgebremst wird.“ Die Grünen können sich hingegen mit einer minimierten Entfaltungsmöglichkeit gut anfreunden. Maaike Thomas: „Wir haben jahrelang mit diesem Flächennutzungsplan gerungen, den landesplanerischen Zielen müssen wir jetzt nachkommen.“ In Haltern seien durchaus Reserven, man müsse dafür in den Bestand gucken. Auch die SPD ist überzeugt, dass es trotz der Beschneidungen Entwicklung in Haltern geben wird.

Bürgermeister Bodo Klimpel ärgerte sich über die restriktive Flächenbedarfsrechnung. Haltern (in der Zuständigkeit des Regionalverbandes Ruhr) habe zugunsten der Ruhrgebietsstädte das Nachsehen. Diese und nicht Randkommunen sollen gestärkt werden. Klimpel: „Münsterland-Kommunen schneiden viel großzügiger ab als wir. Wir müssen als Stadt aber interessant bleiben für die, die hier leben.“ Auch Baudezernent Wolfgang Kiski sprach von einem „eklatanten Auseinanderdriften“, das die Politik nicht dulden dürfe. 

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