Keine verbindliche OGS-Regelung zum Schulbeginn

Flexible Abholzeiten

Am Mittwoch hat die Schule wieder begonnen, aber Eltern, die ihre Kinder in die Offene Ganztagsschule (OGS) schicken möchten, sind ratlos. Sind fünf Tage verbindlich? Oder erlaubt die neue Landesregierung inzwischen einen flexiblen Besuch?

HALTERN

, 30.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Keine verbindliche OGS-Regelung zum Schulbeginn

Antonia (9) malt bei der OGS-Ferienbetreuung Stempel an.

„Ich habe kein verbindliches Regelwerk, das ich Eltern an die Hand geben kann“, sagt Ludger Muck, Leiter des städtischen Schulamtes. Die von der Bezirksregierung Münster zugesagte Anweisung sei nicht gekommen.

Jede Grundschule entscheidet individuell, wie großzügig sie mit den Wünschen der Eltern umgeht. Auf jeden Fall müssen die Anträge auf Befreiung bei der jeweiligen Schulleitung gestellt werden. Diese muss entscheiden, was eine Ausnahme vom OGS-Besuch rechtfertigt. Zum Beispiel das Training beim Sportverein oder der Musikschulunterricht.

Weniger Anmeldungen für den Offenen Ganztag

„Ein freier Tag ist meistens problemlos, ein zweiter muss allerdings intensiv begründet werden“, so Ludger Muck. Und weiter: „Die Situation ist für uns als Stadt, für die Schulen und vor allem für die Eltern unbefriedigend.“ In Haltern liegen zum Schuljahr 16/17 594 Anmeldungen für die OGS vor, im vergangenen Schuljahr besuchten 665 Kinder sie.

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Josef Hovenjürgen, Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der NRW-CDU, hatte vor der Wahl ein Einlenken seiner Partei angekündigt. „CDU und FDP haben den Eltern mehr Flexibilität in der Offenen Ganztagsschule versprochen. Beide Parteien hatten dies in einem gemeinsamen Antrag im Landtag ‚Mehr Flexibilität für den Offenen Ganztag im Primarbereich‘ auch formuliert und im Koalitionsvertrag beschlossen“, sagte der Halterner Abgeordnete auf Nachfrage. „Dieses Versprechen lösen wir ein.“ 

Schulministerin sieht die Dringlichkeit

Am 21. August habe er Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf die Dringlichkeit hingewiesen, damit die Städte und Gemeinden für das neue Schuljahr 2017/18 schnellstmöglich ein Regelwerk an die Hand bekommen. Die Frage ist jetzt: Wann ist mit dieser Regelung zu rechnen?

Auf Anfrage teilte das Schulministerium in Düsseldorf gestern mit: „Die neue Landesregierung wird die Offenen Ganztagsschulen (OGS) ausbauen, qualitativ stärken und flexibler gestalten.“ Das Ziel laute: flexible Abholzeiten bei gleichzeitig hoher pädagogischer Qualität des Ganztags. Bereits jetzt gebe es verschiedene Möglichkeiten, die Teilnahme am Ganztag zu flexibilisieren, die der Landesregierung jedoch nicht ausreichten.  „Deshalb werden wir gemeinsam mit den Trägern der OGS, den Kommunalen Spitzenverbänden und der Landeselternschaft Grundschulen ein Konzept erarbeiten und umsetzen, das auch die Bedarfe der Eltern und Kinder berücksichtigt, die nur gelegentlich oder nur an einzelnen Angeboten teilnehmen möchten.“

Im Oktober 2016 verkündete die Bezirksregierung Münster als Obere Schulaufsicht, dass die Anwesenheitspflicht in der OGS an allen fünf Unterrichtstagen strikt umgesetzt werden muss. Die Stadt hatte bis dahin den im Erlass verwendeten Begriff „in der Regel“ großzügig ausgelegt entsprechend den Bedürfnissen der Familien. Ausnahmen von der Teilnahme müssen jetzt bei der Schulleitung beantragt werden.

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