Kinder zu Corona-Regeln: „Das ist ganz schön ungerecht“

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Spielen zwischen Maskenpflicht und Händewaschen: Wie erleben eigentlich Kinder die Corona-Pandemie? Wir haben bei ihnen nachgefragt.

Sythen

, 07.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lina (7) trägt eine Maske um den Hals. So ist diese schnell zur Hand. Wenn das Mädchen auf den Schulhof der Grundschule Sythen am Mosskamp will oder mal zur Toilette geht, muss sie diese über Mund und Nase ziehen. So sind die Regeln in der OGS-Ferienbetreuung der AWO an der Schule, an der gerade Kinder aus Sythen und Flaesheim teilnehmen.

Sie spielen in unterschiedlichen Räumen. Wenn die Möglichkeit einer Begegnung besteht, heißt es für alle: „Maske aufsetzen!“ „Ist ganz schön heiß darunter“, seufzt Leni (8). Aber den OGS-Kindern gehe es ja noch gut, ihre Mama müsse den Schutz auf der Arbeit sogar über viele Stunden tragen.

Die Kinder hätten sich erstaunlich schnell an die Vorgaben gewöhnt, die von der Corona-Pandemie ausgelöst wurden, erklärt Andrea Fohrmann, OGS-Leiterin in Sythen. Sogar die Abstandsregeln während der OGS-Notbetretreuung an den Schulen hätten sie zügig verinnerlicht, bestätigt ihre Flaesheimer Kollegin Ramona Fuchs.

Die Kinder verstehen die Erwachsenen nicht

Die Erwachsenenwelt sendet für die Kinder allerdings mitunter verwirrende Signale. Sie wissen, dass das Coronavirus Menschen krank machen kann und manche sogar daran sterben. „So wie in Brasilien“, beweist Klara (7), wie sehr auch im Grundschulalter schon über den eigenen Tellerrand geschaut werden kann.

Dennoch gebe es Erwachsene, die sich nicht an die Abstandsregeln halten und sich heimlich treffen. „Es ist gut, dass wir Abstand halten“, meint Leni, „wir müssen andere, die das nicht tun, nicht nachmachen.“ Dann gibt´s aber auch noch die Erwachsenen, „die spielen einfach Fußball ohne Maske und ohne Abstand. „Das zeigen sie im Fernsehen, und wir Kinder dürfen nicht zusammen spielen oder uns umarmen. Das ist ganz schön ungerecht“, findet Leni. Das haben die Erwachsenen nicht gut erklärt.

Das gemeinsame Lernen macht mehr Spaß

Alle haben sich gefreut, als sie wieder ihre Schulen und OGS besuchen durften, die für sie neben der Familie zentrale Alltagsorte darstellen, an denen sie Gemeinschaft erleben und das Miteinander lernen. „Am Anfang durften wir ja nicht einmal auf den Spielplatz“, erinnert Clara (7), wie hart die Kinder vom Lockdown getroffen wurden.

OGS-Ferienbetreuung

Kinder machen den „Führerschein“

Aufgrund der großen Nachfrage hat die AWO die Ferienbetreuung in der OGS in Haltern in diesem Jahr geteilt. In Sythen werden Kinder der Grundschulen Sythen und Flaesheim betreut, an der Silverbergschule Kinder der gleichnamigen Schule sowie der Grundschule Lippramsdorf. Zum Ferienprogramm in Sythen gehört unter anderem der „Führerschein“. Es wurden Kettcars, Verkehrsschilder und Ampeln für den Schulhof angeschafft, wo das Verhalten im Straßenverkehr geübt wird.

„Wir durften unsere Freunde nicht treffen. Das war ganz schön doof“, führt Erik (9) aus. Wie das mit dem Lernen zu Hause geklappt hat, können die Kinder nicht beurteilen. Sie sind sich aber darin einig, dass das gemeinsame Lernen in der Schule und bei der Hausaufgabenbetreuung in der OGS mehr Spaß macht.

Die Kinder wünschen sich, dass sie nach den Ferien ins normale Schulleben zurückkehren können. Eine Erkenntnis hat ihnen das Coronavirus gebracht: Ohne Freunde ist das Leben nur halb so schön.

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