Kita-Leiterin geht nach 43 Jahren in den Ruhestand

St. Joseph

Die Arbeit als Erzieherin ist für Ulrike Behrendt mehr als ein Beruf, sie ist Berufung. Über 43 Jahre lang hat die Sythenerin Kinder ein Stück auf ihrem Weg begleitet. Nach Stationen im Anna- und im Christopherus-Kindergarten in Dülmen begann sie 1993 als freigestellte Leiterin im Kindergarten St. Joseph Sythen.

SYTHEN

, 15.12.2016, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kita-Leiterin geht nach 43 Jahren in den Ruhestand

Von den Kindern im Josephkindergarten verabschiedet sich Leiterin Ulrike Behrendt bereits am Donnerstag mit einer Überraschung.

Mit 63 Jahren hat Ulrike Behrendt nun für sich entschieden, dass es Zeit ist, den Kindergarten zu verlassen. In dieser Woche nimmt sie Abschied von „ihren“ Kindern, von Kolleginnen und Eltern. Zuletzt hat sie als Einrichtungsleiterin mit anteilsmäßigen Stunden in einer Gruppe gearbeitet. Diese Regelung war 2012 nach der Umstrukturierung in den Kindergärten und der Besetzung von Verbundleiterinnenstellen eingeführt worden.

„Kinder sind mir das Wichtigste. Sie sind einzigartig. Jeder Tag mit ihnen ist anders“, gerät Ulrike Behrendt bis heute ins Schwärmen, wenn sie vom schönsten Job der Welt erzählt. Viele pädagogische Konzepte hat sie kommen und gehen sehen. Die Folgen des gesellschaftlichen Wandels im Kindergarten hautnah erlebt. Als sie als junge Kraft in den Berufsalltag startete, betreute sie allein 30 Kinder in einer Gruppe. „Das wäre heute nicht mehr möglich“, sagt Ulrike Behrendt.

Zum einen benötigten die U3-Kinder, die mittlerweile den Kindergarten besuchen, eine andere Betreuung. Zum anderen seien Kinder heute forscher, wissbegieriger, damit auch anspruchsvoller als ihre Altersgenossen vor 40 Jahren. Nicht alle Neuerungen, die Ulrike Behrendt erlebt hat, haben sich durchgesetzt. Dazu gehört beispielsweise das Programm Delfin zur Sprachförderung. Längst ist der umstrittene Test für Vierjährige abgeschafft. Die erfahrene Kindergartenleiterin weiß aber auch manche Veränderungen zu schätzen. So findet es Ulrike Behrendt gut, dass es in den zehn katholischen Einrichtungen ein Qualitätsmanagement gibt. Zwar arbeite jeder Kindergarten eigenständig, aber es gebe ein grundlegendes Konzept, das alle unterstützt und miteinander verbindet. Ulrike Behrendt: „Das ist die richtige Richtung.“

Ihr selbst war es stets wichtig, den Kindern Traditionen, Brauchtum und Werte zu vermitteln. Dies sei in einer Zeit, die immer schnelllebiger erscheint, von zentraler Bedeutung. „Kinder brauchen Verlässlichkeit“, betont sie. Für Ulrike Behrendt gehören dazu auch die Säulen des christlichen Glaubens. „Mir war es deshalb ein besonderes Anliegen, in einer katholischen Einrichtung zu arbeiten“, erläutert sie.

Engagement für Gemeinde

Ihr persönliches Engagement galt nicht nur dem Kindergarten, sondern der gesamten Kirchengemeinde St. Joseph. Durch diese grenzüberschreitende Arbeit waren Aktionen möglich, die vom Kindergarten bis in die Kirche und ins Dorf reichten. So startet der Kindergarten jedes Jahr zum Martinsfest eine Spendensammlung für Osteuropa, die auf große Resonanz stößt. Ulrike Behrendt freut es noch heute besonders, wenn sich eines „ihrer“ Kinder bewusst von einem Spielzeug trennt, um in Nächstenliebe mit anderen zu teilen.

Den Kindern wünscht sie auch in Zukunft Zeit, um Kind sein zu können. Sie selbst wünscht sich mehr Zeit, um aktiv zu bleiben und Hobbys wie Yoga, Qi Gong, Radfahren und Reisen zu pflegen.

Ab 1. Januar wird Julia Jansen-Beckmann die Nachfolge von Ulrike Behrendt antreten.

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