Klage abgewiesen: Gegner der Sythener Windräder unterliegt vor Gericht

rnVerwaltungsgericht

Das war kein guter Tag für die Gegner von neun Windkraftanlagen in Sythen/Lavesum. Das Verwaltungsgericht hat die Klagen allesamt abgewiesen.

Haltern/ Gelsenkirchen

, 04.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie pulsieren im Wind, werfen Schatten, machen angeblich sogar krank: Seit Jahren kämpft ein Anwohner aus Haltern-Sythen gegen die Errichtung von neun Windkraftanlagen in der Nähe seines Hauses. Erfolg hatte er damit jedoch nicht. Die Genehmigungen wurden erteilt, der Betrieb hat längst begonnen. Zu Recht, hat am Donnerstag auch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden.

Kritik an Lärmgutachten

Die Windkraftanlagen sind bis zu 199 Meter hoch und weithin sichtbar. Allein das sei schon eine Verunstaltung der Landschaft, so der Kläger. Insbesondere der Blick auf den Höhenzug „Hohe Mark“ werde verstellt. Und dann der Lärm. Die vom Kreis eingeholten Gutachten würden besondere Witterungsbedingungen gar nicht erfassen. Bodenfrost zum Beispiel oder Inversionswetterlagen, bei denen die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren. Das wirke sich auch auf den Schall aus.

Kläger war selbst nicht erschienen

Schon im Vorfeld des Prozesses hatte der Kläger von der Franz-Nigge-Straße den Richtern über seinen Anwalt mitgeteilt, dass er seit der Betriebsaufnahme unter zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leide. Zur Verhandlung selbst war er am Donnerstag nicht erschienen.

Die Richter in Gelsenkirchen sind seinen Bedenken am Ende allerdings nicht gefolgt. Nach intensiver Verhandlung und anschließender, zweistündiger Beratung wurden die Klagen gegen den Kreis Recklinghausen, der die Genehmigungen erteilt hatte, abgewiesen.

Richter sehen keine Rechtsverletzung

Keine Fehler bei der Umweltverträglichkeitsprüfung, kein unzumutbarer Schattenwurf, keine rechtlichen Bedenken in Sachen Lärm: „Wir halten das schalltechnische Gutachten für plausibel“, so Richterin Margit Balkenhol bei der Urteilsbegründung. Es liege keine Dauerbeschallung vor, bei der davon ausgegangen werden müsse, dass die Gesundheit des Klägers geschädigt werde.

Umstritten waren vor allem die Lärm-Belastungen in der Nacht. Laut Urteil deutet jedoch nichts darauf hin, dass die rechtlich zulässigen Werte überschritten werden könnten. Vor allem auch deshalb, weil das Haus des Klägers über 1200 Meter von der nächsten Windkraftanlage entfernt liege.

Entscheidungen im Eilverfahren bestätigt

Mit dem Urteil bestätigten die Richter frühere Eilentscheidungen des Verwaltungsgerichts und des Oberverwaltungsgerichts.

Eine Berufung gegen das Urteil von Donnerstag wurde nicht zugelassen. Der Kläger könnte allerdings einen nachträglichen Antrag auf Zulassung stellen, der dann direkt vom Oberverwaltungsgericht in Münster geprüft würde.

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