Kommt eine Halterner Bürger-App?

Beschwerden per Smarthphone

Bei der Stadt Recklinghausen heißt sie "Melde-App", die Stadtverwaltung Dorsten gab dem digitalen Kontaktformular für mobile Geräte den Namen "Bürger-App". Der Sinn dahinter ist in beiden Fällen so ziemlich der gleiche: dem Bürger die Möglichkeit zu geben, Ideen, Beschwerden und Anregungen schnell und einfach per Smartphone direkt an die Stadtverwaltung zu senden. Ist so eine App auch für Haltern geplant?

HALTERN

, 29.03.2017, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kommt eine Halterner Bürger-App?

In Recklinghausen gibt es die „Melde-App“. Über die haben die Bürger dort die Möglichkeit, sich mit Beschwerden, Anregungen aber auch Lob an die Stadt zu wenden.

Corinna Weiß, Leiterin der Pressestelle bei der Stadt Recklinghausen, erklärt den Nutzen einer solchen App: "Zum Beispiel Informationen zu einer wilden Müllkippe, einer defekten Straßenlaterne, einem Schlagloch, einem nicht gestreuten Gehweg oder auch einem überquellenden Mülleimer im Stadtgebiet."

In Recklinghausen befindet sich die "Melde-App" seit Ende Januar in einem auf ein halbes Jahr angesetzten Testbetrieb -und ist bereits für gut 200 Eingaben genutzt worden.

Halterner Verwaltung denkt nach

Auch die Stadt Haltern am See denkt über ein ähnliches Angebot nach, wie Sprecher Georg Bockey auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. "Hier in der Verwaltung hat sich bereits eine Gruppe mit der Thematik beschäftigt." Allerding sei man noch in der Findungsphase, so Bockey. Denn für die Umsetzung dieser Technik benötigt man Unterstützung von extern. "Daher haben wir auch bereits Kontakt zur GKD (Gemeinsame kommunale Datenzentrale, Anm. der Redaktion) Recklinghausen aufgenommen."

Wie die App für Haltern heißen und wann sie kommen könnte, dazu konnte Bockey allerdings noch keine Angaben machen. So prüfe man derzeit gemeinsam mit der GKD noch die verschiedenen Anbieter für die nötige Software.

Zumindest der zu erwartende finanzielle Aufwand dürfte kein Ausschlusskriterium für die neue App darstellen: Die Stadt Recklinghausen etwa hat die Software beim niedersächsischen Software-Entwickler "Olbisoft" eingekauft und dafür nur knapp 2500 Euro gezahlt.

Recht geringer Preis

Nicht nur ein zu erwartender recht geringer Preis, sondern auch ein Antrag der Halterner FDP für die nächste Ratssitzung (6. Juli), könnte das Projekt "Bürger-App für Haltern" beschleunigen. In dem Antrage wollen die Liberalen nämlich Bürgermeister Bodo Klimpel bitten, die Verwaltung zu beauftragen, "eine plattformunabhängige App zum Melden und Informieren für unsere Bürger einzurichten."

Als primäre Begründung für ihren Wunsch nach diesem neuen Angebot nennt die FDP-Fraktion in ihrem Antrag allerdings nicht die Notwendigkeit, dem allgemeinen technischen Fortschritt, sondern wirtschaftlichen Zwängen Rechnung zu tragen: "In Zeiten, in denen das städtische Personal aufgrund von Sparmaßnahmen immer weiter reduziert werden muss, sollte dem Bürger eine einfache Möglichkeit zur Kommunikation mit der Stadtverwaltung gegeben werden."

Dorsten ist zufrieden

In Dorsten ist das beispielsweise schon seit gut eineinhalb Jahren möglich - und die Erfahrungen, die dort gemacht wurden, sind durchweg positiv, wie der stellvertretende Pressesprecher Ludger Böhne bestätigt: "Das ist wirklich ein komfortables Kommunikation-Werkzeug. Und was besonders witzig ist: Viele Bürger nutzen die App auch, um einfach nur mal ‚Danke' zu sagen", endet Böhne.

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