Kontrolleur soll 14-Jährige aus Zug verwiesen haben

Deutsche Bahn

Ärger mit der Deutschen Bahn: Weil sie sich nicht ausweisen konnte, musste die 14-jährige Julia aus Haltern am See nach Aussage ihres Vaters am Samstagabend um kurz vor 21 Uhr in Recklinghausen aus einem Regionalexpress aussteigen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn widerspricht dieser Version. Doch der Reihe nach.

HALTERN

, 31.03.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Kontrolleur soll die 14-jährige Julia des Zuges verwiesen haben.

Ein Kontrolleur soll die 14-jährige Julia des Zuges verwiesen haben.

Alleine mit ihren zwei gleichaltrigen Freunden Marie und Lukas fuhr Julia* mit der Bahn nach dem Shoppen von Dortmund zurück nach Haltern am See. Nachdem sie um 20.30 Uhr im Hauptbahnhof Wanne-Eickel in die Regionalbahn Richtung Münster umgestiegen waren, kontrollierte der Zugbegleiter die Karten der drei Freunde.

Schülertickets

Lukas und Marie konnten außer ihren Tickets auch Ausweise präsentieren, die ihr Schülerticket rechtfertigten. Nur Julia konnte sich nicht ausweisen. Denn ihre Mutter hatte den Kinder- und Schülerausweis sowie die Krankenversichertenkarte noch in ihrer Handtasche. "Der Kontrolleur hat den Kindern nicht geglaubt, dass sie alle gleich alt sind", schildert Julias Vater im Gespräch mit unserer Redaktion die Situation. Im Bahnhof Recklinghausen mussten die drei Freunde auf Anweisung dann aussteigen.

Um weiteren Ärger zu vermeiden, habe sich Julia dann ein Erwachsenenticket für die Weiterfahrt gekauft. Das Verhalten des Zugbegleiters ärgert Julias Vater, auch wenn, wie er sagt, Julia älter wirke, als sie sei.

Andere Version

Aus Sicht der Deutschen Bahn sei alles etwas anders abgelaufen: Der Zugbegleiter habe keine Kinder des Zuges verwiesen. "Möglicherweise habe er nach den Personalien des Mädchens gefragt, um eine Fahrpreisnacherhebung auszustellen, damit hätte die Angelegenheit später geklärt werden können. Daher gehen wir davon aus, dass das Mädchen freiwillig den Zug mit ihren Freunden verlassen hat", so der Bahn-Sprecher.

Diese Aussage können Julia und ihr Vater nicht nachvollziehen. Der Kontrolleur habe sie definitiv des Zuges verwiesen.

"Im Detail lässt sich dies natürlich nicht mehr klären. Die Deutsche Bahn bittet um Entschuldigung, wenn es im Rahmen der Fahrscheinkontrolle zu Irritationen gekommen ist", so der Bahn-Sprecher.

Eine Strafgebühr musste Julia zwar nicht zahlen, aber auf den Kosten für das Erwachsenenticket bleiben sie und ihr Vater wohl sitzen.

* Der Nachname ist der Redaktion bekannt.

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