Krankheitserregern den Kampf angesagt

05.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Claudia Rennemeier In Würzburg fand die Halternerin (Foto) ihr Glück. An der dortigen Uni hat sie erfolgreich promoviert - im Bereich Infektionsbiologie. An der Würzburger Frauenklinik fand die frisch gebackene Doktorin sofort eine Anstellung, die sie rundum glücklich macht. Im Labor der Klinik forscht Rennemeier an Maßnahmen gegen Unfruchtbarkeit und führt künstliche Befruchtungen durch. «Zu mir kommen zum Beispiel Krebspatienten, die ihre Samenzellen retten wollen, um noch Kinder zeugen zu können», beschreibt sie emotionale Seiten ihrer Arbeit.

Welt der Mikrobiologie

Noch vor wenigen Monaten befand sich Rennemeier gedanklich in einer ganz anderen Welt. Denn um ihre Doktorarbeit erfolgreich abzuschließen, musste sie tief abtauchen in die Welt der Mikrobiologie. Auf 200 Seiten befasste sie sich mit «Streptococcus pneumoniae». Diese Bakterien sind Auslöser einer ganzen Reihe von Krankheiten. Unter anderem sind sie für Blutvergiftungen und Entzündungen des Mittelohrs, der Lunge und des Gehirns verantwortlich.

«Normalerweise übertragen sich diese Erreger durch Tröpfcheninfektion», erläutert Rennemeier. «Ich habe in meiner Doktorarbeit einen untypischen Weg aufgezeigt.» Die Bakterien können sich nämlich auch an Blutplättchen binden. Der Clou: «Anfangs habe ich nur mit Lungenentzündungs-Erregern gearbeitet und dann festgestellt, dass dieser Übertragungsweg auch für andere Bakterien gilt - zum Beispiel Eiter-Erreger oder Listeria-Bakterien, die in verdorbenen Speisen vorkommen. Mit diesem Wissen kann man die Bakterien besser verstehen und in Zukunft vielleicht sogar Impfstoffe entwickeln.»

Nachdem Rennemeier 1997 am Halterner Gymnasium ihr Abitur gemacht hatte, ging sie direkt an die Würzburger Uni. «Ich wusste, dass hier die Mikrobiologie besonders ausgeprägt ist. Und dieser Bereich hat mich schon immer fasziniert.» ls

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