Krautfäule bedroht Ernte

Flaesheim «Wenn ich unterwegs bin, sehe ich in privaten Gärten kaum noch grüne Kartoffelpflanzen. Die Krautfäule hat das Laub zersetzt. So krass war das noch nie.» Hubertus Natrop muss es wissen.

03.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er baut seit 20 Jahren Kartoffeln an. Heute auf 60 Hektar Land. Neben Speisezwiebeln, Getreide und Mais sichern die Erdknollen seine Existenz. Und die seiner Frau Agnes sowie der Kinder Jana (11) und Stefan (13).

«Krautfäule gibt es jedes Jahr», berichtet der 45-jährige Landwirt. «Meist jedoch erst viel später.» Ist es trocken, bleibt die Auswirkung gering. In Niedersachsen waren große Flächen bereits Anfang Juni befallen. Auch in unserer Region greift die Pilzepidemie um sich wie nie: «Konventionelle Landwirte müssen jetzt Fungizide im Abstand von sieben Tagen spritzen.» Per Gesetz ist das erlaubt. Ist der Sommer weniger feucht, reicht eine Behandlung in 14-tägigem Abstand oder alle drei Wochen. Wichtig ist der Einsatz von Sporen abtötenden Mitteln, weiß der Landwirt. Durch den Regen wird der Pilz in die Erde gespült. Dort und am abgestorbenen Laub überlebt er bis zu vier Wochen. Werden Knollen durch den Pflug beschädigt, nistet sich der Erreger ein. Eigentlich verspricht 2007 ein gutes Jahr zu werden. Sollte sich bis zum September eine längere Trockenperiode einstellen, kommen die Anbauer wohl mit einem blauen Auge davon. Wenn nicht, «dann zeigt sich das ganze Ausmaß nach der Ernte.» Verheerend seien die Folgen bei der Lagerung. «Die Kartoffeln sind nicht so haltbar.»

Rund 40 Tonnen pro Hektar holt Natrop von seinen Feldern. Celina, Bilana und Agria wie auch Speisezwiebeln von 30 Hektar Anbaufläche lagern nach der Ernte in seinen Scheunen. 3500 Tonnen insgesamt. Der Abverkauf erfolgt über den ganzen Winter. «Damit das gelingt, muss die Ernte gesund sein.» Ellen Adam

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