Kreis und Stadt wollen Nahverkehr verbessern

Optimierung der Bus-Linien

Der Kreis arbeitet an einem neuen Nahverkehrsplan. Dazu konnte auch die Stadt Vorschläge machen. So sollen Hullern und Lavesum von besseren Busverbindungen profitieren. Warum aber, fragt die Stadt, bekommt die Jugendherberge keine eigene Haltestelle?

HALTERN

, 09.03.2017, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kreis und Stadt wollen Nahverkehr verbessern

Der Freizeitpark Ketteler Hof soll demnächst regelmäßig von der Linie 275 angefahren werden.

Ist der öffentliche Nahverkehr zu teuer für die Kommunen? Das ist eine von vielen Fragen, denen sich Christoph Jünemann, Ressortleiter Verkehr beim Kreis, und weitere Mitarbeiter gerade stellen. Dienstagabend war er zu Gast im Ausschuss Bauen und Verkehr, um die Überlegungen für die Weiterentwicklung des Nahverkehrsplanes vorzustellen.

„Ziele sind unter anderem, mehr Fahrgäste und zwei Drittel der 3600 Haltestellen bis zum 1. Januar 2022 barrierefrei zu gestalten“, sagte Christoph Jünnemann. Bürger und auch die Stadt Haltern haben die öffentliche Auslegung der Pläne für Stellungnahmen genutzt. Die Stadt schlägt vier relevante Maßnahmen vor:

  • Überplanung der Linie TB277: Die Taxibus-Linie verbindet die Haardklinik mit dem Halterner Bahnhof, sie soll künftig auch für die forensische Klinik gelten. Gleichzeitig verkehrt ein Bus von Haltern zum Bahnhof Sinsen. Diese Linie soll eingestellt werden.
  • Optimierte Anbindung von Hullern: Die Linie 272 fährt zwischen Bahnhof Haltern und Hullern-Ehrenmal. Die Stadt schlägt vor, den Linienweg bis zur Straße „Am Waldrand“ zu verlängern und die Busse entweder ständig oder zwischen Mai und Oktober durchgängig im 60-Minuten-Takt fahren zu lassen. Zurzeit reduziert sich das Angebot zweimal vormittags auf einen 120-Minuten-Takt.
  • Anbindung des Ketteler Hofes: Die Linie 275 soll künftig ganzjährig bis zum Ketteler Hof fahren. Bisher endet der Bus außerhalb der Freizeitparksaison am Feuerwehrhaus Lavesum.
  • Anruf-Sammel-Taxi und Taxibus: Beide Systeme fahren auf vorherige Anmeldung. Das Anruf-Sammel-Taxi steuert eine Haltestelle an und hält an einem beliebigen Ort (zum Beispiel vor der Haustür), der Taxibus verkehrt auf einem festen Linienweg. Die Stadt möchte im Gegensatz zum Kreis an beiden Systemen festhalten. Taxibusse sollen als Rufbusse in den schwachen Verkehrszeiten bestehende Buslinien erweitern. Das Anruf-Sammel-Taxi soll jene Orte anbinden, an denen kein Bus hält.

Wie Christoph Jünnemann im Ausschuss ausführte, wird es am Kärntner Platz künftig eine dynamische Fahrgastinformation wie am Bahnhof geben. Denn hier befindet sich neben dem Bahnhof die wichtigste Haltestelle Halterns mit 800 Ein- und Aussteigern pro Tag. Um die Bürger zum Umstieg auf Busse und Bahnen zu bewegen, solle außerdem die Sicherheit der Fahrgäste unter anderem durch Notrufsäulen an Haltestellen verbessert werden.

Bürgerbus noch nicht im Nahverkehrsplan

Der Bürgerbus werde, so Jünnemann, erst einmal nicht in den Nahverkehrsplan einbezogen: „Wir wissen ja noch nicht, ob der neu gegründete Verein erfolgreich ist. Wir wollen die Entwicklungen abwarten.“

Auf der Strecke bleibt bislang die Jugendherberge. Die nächste Bushaltestelle liegt 1,3 Kilometer entfernt. Die Stadt bittet um Stellungnahme, warum die außerordentlich gut besuchte Jugendherberge so schlecht angebunden ist.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt