Kreislaufprobleme im Sommer: Halterner Ärztesprecherin gibt Tipps

rnSommerhitze

Ein Spaziergang in großer Hitze kann schnell auf den Kreislauf schlagen. Manche Menschen klagen über Atemprobleme durch den Mundschutz. Was den Kreislauf unterstützt, erklärt Dr. Astrid Keller.

Haltern

, 21.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Puh, es ist so furchtbar warm. Kann nicht mal jemand die Sonne abstellen? Und dann noch der Mundschutz hier vorm Ofen. Da geht man ein“, klagte neulich die Bäckerin beim morgendlichen Brötchenkauf. So oder so ähnlich fühlen sich gerade viele.

Wir haben bei der Halterner Ärztesprecherin Dr. Astrid Keller nachgefragt, wie sie die Situation einschätzt und was man tun kann, um der Hitze zu trotzen.

„Bisher hat die Hitze noch nicht so viele Auswirkungen gehabt, erfahrungsgemäß dauert es ein paar Tage, dann kommt es zu Volumenmangelzuständen vorwiegend bei älteren Leuten, die weniger Durstgefühl haben und möglicherweise zusätzlich entwässernde Medikamente nehmen“, so die Ärztin.

Vermehrt kämen aktuell Patienten mit Insektenstichen und auch einige mit Reizungen durch den Eichenprozessionsspinner in die Praxis. Kreislaufbeschwerden seien weniger ein Thema.

Mundschutz und Schwindel in der Hitze - hängt das zusammen?

Und wie schaut es in der Praxis aus - klagen viele Patienten über den Mundschutz? Verstärkt er möglicherweise bestehende Kreislaufschwächen? Letzteres verneint die Ärztin. Das Tragen der Masken falle nach Aussage der Ärztin zwar manchen Patienten schwer, könne aber nicht umgangen werden: „Meiner Erfahrung nach ertragen die wirklich gefährdeten Patienten die Masken geduldiger, als manch Gesunder, da Kranke den Sinn der Masken höher bewerten. In vielen Berufen tragen Menschen den ganzen Tag eine Maske. Häufig ist es eine Gewohnheitssache.“

Face-Shields seien nicht unbedingt eine Alternative, auch wenn man mit dem Schild vor dem Gesicht mehr frische Luft schnappen kann: „Sie sind nach unten offen und können Aerosole nicht so gut verhindern, sind da meiner Meinung nach nicht so sicher zu bewerten wie eine korrekt getragene Maske - letztendlich aber noch besser, als gar keinen Schutz zu tragen.“

Viel trinken im Sommer - gerne auch warme Getränke

Menschen, denen bei hohen Temperaturen schnell schwummerig wird, rät die Ärztin vor allem, viel zu trinken - allerdings auch nicht zu viel, wenn eine Herzschwäche besteht. Bei Unsicherheiten in solchen Fällen solle man sich vom Hausarzt beraten lassen. Für gesunde Menschen gilt der Richtwert: Etwa einen halben Liter mehr als üblich solle man im Sommer trinken, abhängig davon, wie viel man schwitzt.

Um die Hitze besser zu ertragen, empfiehlt die Ärztin kalte Fußbäder, warme Getränke wie Pfefferminztee und eine Siesta in der Mittagshitze. Aktivitäten sollten auf den frühen Morgen oder späten Abend gelegt werden.

Bei Beschwerden immer zum Arzt gehen

Dr. Keller appelliert an die Halterner: Wer ernsthafte Beschwerden hat, solle niemals den Arztbesuch herauszögern, da bei einer verspäteten Diagnose eine noch schwerwiegendere Erkrankung droht. Zwar kämen die Patienten inzwischen wieder häufiger in die Praxis, doch noch immer herrsche trotz der Hygienemaßnahmen in den Praxen Zurückhaltung bei den Erkrankten aufgrund der Corona-Situation.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt