Küchen-Niveau beim Kiep war hoch, aber leider etwas einseitig

rnKiep-Küche

Plastikgeschirr - ja oder nein? Das fragten sich die Gastronomen jetzt beim Halterner Kiep. Zwar gibt man sich gerne nachhaltig, aber Einweg wäre im Krankheitsfall weniger ansteckend.

von Ina Fischer

Haltern

, 08.03.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tatsächlich habe man im Vorfeld des Kiep intensiv darüber nachgedacht, worauf man die Gänge zwischen den Kabaretteinlagen serviert, gesteht Jessica Heymann von Schmitz Catering und dem Tannenhäuschen. Trotz Coronavirus-Gefahr habe man aber Einweg-Plastikmüll vermeiden wollen. Zumal es nicht zum Niveau der Veranstaltung gepasst hätte. Und das war bei den Speisen, die außerdem auch Himmelmann und der Uhlenhof kredenzten, wieder einmal recht hoch.

Kaltfront trifft dabei auf Frühlingsgefühle. Oder anders gesagt: Terrine vom Wintergemüse mit Kasselerröllchen trifft auf gerösteten Kräuterblumenkohl mit Sonnenblumenkernen, Roastbeef und Lachstörtchen. Gegrillte Hähnchen- auf zart geschmorte Entenkeule. Hähnchenroulade mit Tomate, Olive, Gnocchi und Spinat auf Schweine-Involtini mit Preiselbeere, Kartoffel und Möhre.

Nichts für Vegetarier

Einziger Wermutstropfen in diesem Jahr: Es gab weder Fisch noch ein komplett vegetarisches Gericht. Dafür aber jede Menge zu tun. Schließlich mussten auf beiden Seiten der Seestadthalle jeweils allein 610 Vorspeisen über die Tische gehen. Da war das Warten - auf Essen und freie Sitzplätze - quasi vorprogrammiert.

Kreativ und köstlich - beim Kiep durfte das Auge mitessen.

Kreativ und köstlich - beim Kiep durfte das Auge mitessen. © Juergen Patzke

Gestört hat das den Großteil augenscheinlich ebenso wenig wie die Bitte der Gastronomen, das erste Besteck bitte möglichst weiter zu benutzen.

Übrigens: Nicht nur das Motto „Durch die Küche zur Kleinkunst“ wiederholte sich beim Kiep. So konnten Interessierte wieder im Foyer zuschlagen und erste Ostergeschenke erstehen: Wiederholt hatte der Förderverein der Schule für Kranke in der Haard Spenden gesammelt und Schülerarbeiten verkauft - darunter Freundschaftsarmbänder und Karten mit Stickereien aus dem Textilunterricht, Nagelbilder aus dem Werkunterricht und jede Menge bemalte Leinwände aus dem Kunstunterricht, die die Gänge der Seestadthalle zierten.

Erlös für Pausenhofgestaltung

Beim letzten Mal waren so rund 350 Euro zusammengekommen. „Davon haben wir eine Schaukel und neue Leinwände angeschafft“, sagt Christina Ojo nicht ohne Stolz. Auch in diesem Jahr solle der Gewinn wieder für die Pausenhofgestaltung und für neue Kunstmaterialien eingesetzt werden.

Letztere sind auch dringend notwendig. „Wir brauchen den Nachschub“, sagt Eva Niska. Denn dank des Erfolges überlegt das Team, die selbst gestalteten Objekte der Schüler nicht nur beim Halterner Kiep zu verkaufen, sondern demnächst auch beispielsweise auf dem Nikolausmarkt. Das sei freilich erst einmal nur eine Idee. Aber die braucht es schließlich für Neues. Nicht nur für gutes Kabarettprogramm.

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