Kühe und Schweine leiden unter der Sommer-Hitze

Viehhaltung

Nicht nur Menschen stöhnen bei über 30 Grad über die Hitze. Ein Problem sind die hohen Temperaturen auch für Kühe oder Schweine in den Ställen der Halterner Landwirte. Ludger Winkelkotte und Georg Schulte-Althoff haben uns erzählt, mit welchen Maßnahmen sie reagieren, damit es den Tieren trotzdem gut geht.

FLAESHEIM

, 16.07.2015, 06:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Schweine haben eine ähnliche Körpertemperatur wie Menschen“, sagt Ludger Winkelkotte, in dessen Stallungen in Holtwick zurzeit 1200 Tiere stehen. „Wir versuchen vor allem, Stress für die Tiere zu vermeiden und mit einer guten Belüftung für eine ständige Frischluftzufuhr zu sorgen“.

Vor allem die erste Hitze im Jahr macht den Schweinen zu schaffen. „Wenn es öfter mal heiß wird, gewöhnen sie sich besser daran“, so Ludger Winkelkotte. Wenn die Temperaturen in Richtung 30-Grad-Marke wandern, reduziert er die Futtermengen, sorgt für mehr Flüssigkeitszufuhr.

„Wenn es sehr heiß ist, lassen wir auch schon mal eine Fütterung ausfallen und holen sie erst am späten Abend gegen 22 oder 23 Uhr nach“ sagt Ludger Winkelkotte.

Berieselungsanlage

Die Lüftungsanlagen in den Ställen steuern die Belüftung automatisch. „Sie sind in der Lage, pro Schwein für bis zu 100 Quadratmeter Frischluft pro Stunde zu sorgen“, sagt Ludger Winkelkotte. „Eins schaffen sie allerdings nicht: die Temperatur im Stall unter die Außentemperatur zu drücken. Aber sie sorgen dafür, dass es drinnen nicht wesentlich wärmer wird als draußen“.

Letztes Mittel bei großer Hitze ist die Berieselung mit feinem Wassernebel. „Die setzen wir aber erst ab der Grenze von 35 Grad ein“, sagt Ludger Winkelkotte.

Tierschützer hatten unlängst ein Massensterben von Geflügel aber auch Schweinen bei großer Hitze im Münsterland angeprangert. Die bisherigen Hitzetage haben alle Schweine von Ludger Winkelkotte aber gut überstanden.

Große Ventilatoren

„Kühe sind empfindlicher gegen Hitze als Schweine“ sagt Gerog Schulte-Althoff, in dessen Ställen in Flaesheim rund 100 Kühe stehen. „Sie sind Wiederkäuer, in ihrem Pansen entsteht durch die Futterzersetzung durch Bakterien Wärme, die über die Haut nach Außen abgegeben wird. Ihre Lieblingstemperatur liegt bei etwa 5 Grad Celsius.“

Ab 25 Grad ist es den Kühen zu warm. Georg Schulte-Althoff setzt dann die großen Ventilatoren in seinen Ställen in Betrieb. „Die Kühe fressen dann von allein weniger“, sagt er. „Wir geben ihnen Salz, um den Mineralienverlust auszugleichen.“

Bei sehr hohen Temperaturen über 30 Grad kommt ein feiner Wassernebel zum Einsatz, den Schulte-Althoff in seinen Ställen versprüht. „Durch die Verdunstung reduziert sich die Raumtemperatur um zwei bis drei Grad“, sagt er.

Weniger Milch

Die Luft kühlt sich ab, die Kühe sollen aber nicht nass werden, denn dadurch steigt die Gefahr von Erkältungen oder sogar Lungenentzündungen. Bisher hat die Hitze den Kühen nichts ausgemacht, allerdings geben sie weniger Milch, wenn es sehr heiß wird. „Die Menge reduziert sich um zwei bis drei Prozent“, so Georg Schulte-Althoff.

Der Stall bei Schulte-Althoff steht immer offen. Tagsüber gehen die Kühe aber nicht nach draußen, wegen der Hitze und auch wegen der zahlreichen Stechfliegen. Nachts nutzen sie die Freiräume und genießen die kühlere Luft auf der Außenweide.

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