Landwirtschaftliche Flächen bleiben gefragt

Abwärtstrend gestoppt

Der Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen ist im vergangenen Jahr im Regierungsbezirk Münster um 34 Prozent zurückgegangen. Das hat IT NRW als Statistisches Landesamt ermittelt. Auch die Verkaufszahlen aus Haltern am See entsprechen diesem Trend. 2016 steigen sie aber bereits wieder.

HALTERN

, 02.08.2016, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landwirtschaftliche Flächen bleiben gefragt

Rundflug über Haltern mit dem Ultraleichtflieger Thomas Schöttler.

Sowohl die Anzahl der Verkäufe, als auch die Größe der veräußerten Flächen habe sich in 2015 verringert, ermittelten die Statistiker. Der Gesamtverkaufswert war 2015 um 20 Prozent und der durchschnittliche Kaufwert je Hektar um 3,3 Prozent niedriger als im Vorjahr 2014. Diese Zahlen gelten landesweit. Nach Düsseldorf ist der Regierungsbezirk Münster die Region mit den höchsten Hektarpreisen: Der Kaufwert lag hier bei 51 337 Euro (zum Vergleich: Im Regierungsbezirk Arnsberg waren es nur 28 424 Euro).

In Haltern sieht die Entwicklung so aus: 2014 wurden 18 Verkäufe mit einem Gesamtumsatz von 1,8 Millionen Euro getätigt, 2015 waren es auch hier nur acht, der Umsatz betrug lediglich 271 600 Euro. In 2016 sind aber bis jetzt schon wieder elf Grundstücke verkauft worden, was einem Umsatz von sogar 1,95 Millionen Euro entspricht. Diese Zahlen nannte der Gutachterausschuss des Kreises Recklinghausen auf Anfrage.

Mehrere Ursachen

Der Rückgang der Verkäufe könne gegebenenfalls auf die sinkenden Milchpreise und die Ende des Jahres 2015 ebenfalls niedrigen Erzeugerpreise für Schweinefleisch zurück zu führen sein, sagt dazu Wolfgang König, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen. „Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen ist aber insgesamt nach wie vor hoch“, so König.

Der Halterner Ortslandwirt Ludger Winkelkotte hält es für denkbar, dass Landwirte wegen der anhaltend schlechten Ertragslage gezwungen sind, jetzt wieder verstärkt Flächen zu verkaufen. Kreislandwirt Georg Schulte-Althoff sieht einen möglichen Zusammenhang zur Erhöhung der Grunderwerbssteuer in 2015: „Das könnte zur Zurückhaltung in 2015 geführt haben.“

Nicht nur Landwirte sind an Flächen interessiert. Gerade in der Phase niedriger Zinsen seien Landflächen immer stärker in den Fokus institutioneller Anleger gerückt, sagt Wolfgang König.

Pacht statt Kauf

„Zwar benötigen auch Landwirte heute häufig neue Flächen. Die werden aber weitestgehend durch Pacht und nicht durch Kauf hinzugewonnen“, so Wolfgang König. Rund 70 Prozent der im Kreis Recklinghausen genutzten landwirtschaftlichen Flächen sind gepachtet und nicht Eigentum der Landwirte. „Der Zukauf von Flächen im großen Stil ist für Landwirte überhaupt nicht finanzierbar“, so Wolfgang König.

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