Breitbandinternet

Langsames Internet: Es gibt Alternativen für Flaesheim Dorf

80 Haushalte in Flaesheim Dorf sind weiter ohne schnelles Internet. Es gibt Perspektiven für den Ausbau, aber die sind noch vage.

Eine mögliche Perspektive für die Anwohner in Flaesheim Dorf, die bisher noch immer keinen schnellen Internetanschluss haben, könnte sich aus dem neuen „Graue-Flecken-Förderprogramm“ des Bundes ergeben. Dort werden seit April Anschlüsse in Gebieten gefördert, in denen die „Aufgreifschwelle“ unterhalb von 100 Mbits pro Sekunde liegt.

Den Antrag darauf könnte der Kreis Recklinghausen stellen. „Dazu bedarf es aber eines gemeinsamen Beschlusses der Kreisbürgermeister“, sagt Gunther Albrecht, bei der Stadt Haltern für den Breitbandausbau zuständig. Er gibt aber zu bedenken, dass selbst danach noch ein paar Jahre vergehen könnten, bis tatsächlich die Anschlüsse gelegt sind. „Dazu müsste eine europaweite Ausschreibung vorgenommen werden, das ganze Planungsverfahren würde wieder Zeit kosten.“

Pandemie hat das Problem noch verschärft

Ein grundsätzliches Problem sieht Albrecht in der geringen Zahl von Anschlüssen, die in Flaesheim noch zu legen wären. „Das ist für privatwirtschaftliche Unternehmen nicht lukrativ“, so Albrecht. Für die Privatisierung des Telekommunikationsbereiches sei schon die Regierung Kohl verantwortlich gewesen. „Andere Länder haben das anders geregelt“.

Gunther Albrecht äußert großes Verständnis für den Ärger der Anwohner. „Ich kann verstehen, dass man gefrustet ist, wenn man auf den Anschluss angewiesen ist und er immer noch nicht da ist. Gerade die Pandemie hat das Problem noch einmal verschärft“.

Er betont aber auch, dass er in ständigem Kontakt mit Unternehmen steht und gestanden hat, um mögliche Lösungen auszuloten. „Als Stadt können wir aber nicht deren Unternehmenspolitik beeinflussen.“

Es gibt möglicherweise eine weitere Perspektive: „Für eine schnelle Versorgung von Haushalten in extremen Einzel- oder Randlagen eines Fördergebietes, deren Erschließungsaufwand erheblich von der übrigen Erschließung abweicht und hohe Kosten verursacht, plant die Bundesregierung einen Zuschuss für Anschlüsse etwa mit Satelliten- oder Richtfunktechnologie“. Das schreibt das Bundesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung zur „Graue-Flecken-Förderung“.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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