Lea-Drüppel-Theater wird mit Familienfest eröffnet

Spiegelbild der Freude

Die rote Wand, ein Farbklecks innerhalb des betongrauen Rohbaus, ist das einzige Überbleibsel einer jahrzehntelangen Kinogeschichte. Bald ist auch sie verschwunden hinter Spiegeln und schwarzen Vorhängen. Denn das Lea-Drüppel-Theater in der Zaunstraße vollendet sich. Am 30. September, einem Samstag, öffnet die kleine private Bühne. Geplant ist ein Familienfest.

05.06.2017, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lea-Drüppel-Theater wird mit Familienfest eröffnet

Noch ist das Lea-Drüppel-Theater Baustelle, aber Hans-Dieter Speikamp und Anne Drüppel vom Theaterverein teilen eine gute Botschaft mit: Am 30. September ist Einweihungsfest.

Die Erinnerungen an Lea, der Namensgeberin, klingen auf ewig mit. Anne Drüppel zeigt auf eine Nische seitlich des Eingangs. „Dort wird Leas Klavier stehen“, sagt sie. Ihre Tochter Lea kam am 24. März 2015 mit 15 weiteren Gymnasiasten und zwei Lehrerinnen bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben.

Dank an Handwerker

Lea liebte die Musik und das Schauspiel, seit frühester Kindheit war sie in verschiedenen Chor- und Musical-Projekten aktiv. „Es war ihr Traum, in Haltern ein Theater zu führen. Diesen Traum hat sie sehr ernst genommen und deshalb ihr Leben darauf ausgerichtet“, erzählt Anne Drüppel. Die Gründung des Theaters ist ihre Strategie, in der Trauer um ihre Tochter einen neuen Weg zu finden und das Andenken an Lea zu bewahren. Im Januar starteten die Umbauarbeiten, mittlerweile haben die Handwerker die groben Arbeiten wie das Einreißen alter und das Aufmauern neuer Wände, das Einbauen der Sanitäranlagen, das Installieren der Heizung oder die Verlegung der Elektrik erledigt. Nun müssen die Wände gespachtelt und gestrichen und der Fußboden verlegt werden. Die Türen fehlen noch, die Licht- und Tontechnik, die Stühle, die Musikanlage...

Zweites Projekt

„Ich staune, wie schnell die Handwerker arbeiten“, freut sich Anne Drüppel. „51 000 Euro haben wir bislang ausgegeben, aber es sind noch Handwerker-Rechnungen offen“, blickt Hans-Dieter Speikamp vom Vorstand des Lea-Drüppel-Theatervereins auf die finanzielle Kalkulation. Mit 220 000 Euro Baukosten rechnet der Verein. Mittelpunkt des 163 Quadratmeter kleinen Theaters ist der 7,50 mal 11,50 Meter große Vorführraum. Nach den Sommerferien wird er soweit fertig sein, dass die Proben für das Musical „Honk“ statt im Alten Rathaus dann hier stattfinden können. Die Premiere für die Musical-Komödie mit 18 jungen Darstellern ist für den 25. November angesetzt.

„100 Kinder und junge Erwachsene hatten sich bei dem Casting für Rollen beworben. Für einige von ihnen, die nicht für Honk auf der Bühne stehen, haben wir eine gute Nachricht“, verkündet Anne Drüppel. Es werde künftig zwei Projekte pro Jahr geben – zum Musical- auch eine Schauspielaufführung. Zugesagt ist die Unterstützung durch Professor Jürgen Grimm und seine Studenten von der Folkwang-Hochschule Essen.

600 Karten im Verkauf

Inzwischen hat der Lea-Drüppel-Theaterverein einen neuen Internet-Auftritt. Anne Drüppel ist zu Recht stolz: „Wir haben viele engagierte Mitstreiter. Das tut so gut.“ So hat sich beispielsweise jemand gefunden, der eigenständig den Ticketverkauf verantwortet. Anne Drüppel: „600 Karten können bereits bestellt werden.“ Das Mitgehen Anderer ist Trost. Und im Theater schwingt Hoffnung wie diese: Wenn die Welt leer erscheint, kann die Kunst ein Gegenbild bieten.

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