Leere Zimmer und Speisegaststätten: Das Coronavirus trifft Hotels und Restaurants massiv

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Der Seehof hat Urlaubsgäste nach Hause geschickt. Andere Hotels haben komplett geschlossen. Das Coronavirus stoppt den Tourismus in Haltern. Gastronomen veröffentlichen eine Erklärung.

Haltern

, 19.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Key-Cards liegen (fast) alle an der Rezeption, die Zimmer sind leer. Im Hotel Seehof sind bereits am Dienstag die letzten Urlauber abgereist.

„Wir haben zurzeit nur noch einen Gast, der geschäftlich unterwegs ist. Eine zweite Geschäftsfrau hat sich angesagt, ob sie kommt, wissen wir aber noch nicht“, sagt Inhaberin Elke Kandaouroff. Für die Hoteliers besteht große Unsicherheit. Sie wissen nicht, wie es weitergeht.

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Leere Gaststätten und Hotels

„Auf der Straße ist es ruhig, es ist fast niemand mehr unterwegs, und es ist ja auch richtig, dass die Menschen so reagieren“, sagt Kandaouroff.. „Trotzdem wird es für uns natürlich schwierig.“ 50 Mitarbeiter sind in Hotel und Restaurant beschäftigt. Elke Kandaouroff will Kurzarbeitergeld beantragen,. „Wir wissen aber nicht genau, ob das mit der Genehmigung reibungslos funktioniert, weil das natürlich alle beantragen. Aber wir wollen die Belegschaft halten und niemanden entlassen.“ Das Restaurant und Café am Seehof bleibt bis jeweils 15 Uhr geöffnet.

Investitionen werden sich nicht amortisieren

Komplett geschlossen ist bereits das Restaurant Pfeiffers Sythener Flora. „Wir haben zugemacht, weil es sich nicht mehr lohnt“, sagt Monika Pfeiffer. Für geschäftliche Gäste bleibt das Hotel aber noch geöffnet. „Für die Mitarbeiter haben wir Kurzarbeit angemeldet, ob das mit der Auszahlung aber funktioniert, wissen wir auch nicht.“ Matthias und Monika Pfeiffer hatten zunächst überlegt, einen Shop-Verkauf zu organisieren und Essen außer Haus anzubieten. „Aber man weiß dann nicht, verkaufe ich fünf Essen oder 30. Das ist nicht planbar und das Personal müssen wir so oder so vorhalten.“ Kürzlich haben Pfeiffers noch vier Zimmer kernsaniert und investiert. „Das amortisiert sich jetzt nicht mehr.“ Monika Pfeiffer findet, die Politik hätte früher reagieren müssen.

Die Halterner Gastronomen standen in den letzten Tagen im ständigen Austausch und trafen sich auch mit dem CDU-Generalsekretär von NRW Josef Hovenjürgen.

Die Halterner Gastronomen standen in den letzten Tagen im ständigen Austausch und trafen sich auch mit dem CDU-Generalsekretär von NRW Josef Hovenjürgen. © privat

Am Montag hatten sich die Halterner Gastronomen noch mit Josef Hovenjürgen, dem CDU-Generalsekretär von NRW, getroffen, um ihr Vorgehen abzustimmen. „Aber alle Beschlüsse sind ja am nächsten Tag schon wieder überholt. Ich bin sehr traurig“, so Monika Pfeiffer.

Gemeinsame Erklärung Halterner Gastronomen

Am Mittwoch befanden sich die Gastronomen den ganzen Vormittag über im Austausch. Am Nachmittag veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung:„Aufgrund der aktuellen Situation haben wir den Entschluss getroffen, unsere Betriebe vorübergehend und auf unbestimmte Zeit zu schließen“, heißt es darin.

„Die völlig unübersichtliche Lage über die aktuell geltenden Maßnahmen und Regelungen führt dazu, dass niemand so recht weiß, welche Erlasse gerade greifen. Aktuell ist eine behördliche Schließung aller Restaurants nicht angeordnet.

Zum Schutz unserer Mitarbeiter, zum Schutz unserer Gäste und um den jetzt nötigen Abstand für alle zu fördern, bitten auch wir Sie, jetzt an einem Strang zu ziehen und zu Hause zu bleiben!

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Damit Sie sich nach bestandener Krise hier von den Strapazen erholen können, werden wir alles Erdenkliche tun. Wir sind sehr traurig über diese Situation, aber trotzdem voller Hoffnung, dass wir Sie schon bald wieder bei uns begrüßen und bewirten dürfen. Bleiben Sie gesund, passen Sie auf sich und Ihre Lieben und Nächsten auf und lassen Sie uns als Gemeinschaft zusammenwachsen.“

Unterzeichnet ist die Erklärung von Regina Arentz, Zur Freiheit, Familie Pfeiffer, Sythener Flora, Martina Hörstrup und Toddy Geldmann, Jupp-der Erlebnisbiergarten, Max Schmitz, Tannenhäuschen, Thomas Saljuki, Cafe Zentral und Alter Garten, Marianne und Ulli Teltrop, Haus Teltrop, Christoph Peters, Peters Bauernstube, Stefan und Britta Himmelmann, Hotel Himmelmann, Stephan Föcker, Landhaus Föcker, sowie Andreas Kleimann und Christian Zehren, Rossini, Kolpingtreff, Kajüte, Kombüse.

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