Lensing Media übergibt der Kinderklinik in Datteln 200 Stoffmasken

Coronavirus

Mit einem Facebook-Aufruf hat die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln nach Stoffmasken gesucht. Lensing Media konnte jetzt durch eine Solidaritätsaktion über 200 Masken organisieren.

von Mareike Graepel

Datteln

, 26.04.2020, 16:17 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hannah Iserloh, Pressesprecherin der Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln (l.) nimmt über 200 Masken von der ehrenamtlichen Kurierfahrerin Lilli Prinzen entgegen.

Masken-Übergabe und Interview mit Sicherheitsabstand: Hannah Iserloh, Pressesprecherin der Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln (l.) nimmt über 200 Masken von der ehrenamtlichen Kurierfahrerin Lilli Prinzen entgegen. Die Masken sind über die „#wirhaltenzusammen“-Aktion von Lensing Media zusammengekommen. © Mareike Graepel

„Wir haben über einen Facebook-Aufruf selbst genähte Schutzmasken gesucht“, erklärt Hannah Iserloh, Pressesprecherin der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln. „Und wir haben über unsere Suche/Biete-Aktion unter dem Motto ‚#wirhaltenzusammen‘ so viele Masken genäht bekommen, dass wir unter anderem auch dort helfen können“, so Saskia Strauss, Lensing-Media-Mitarbeiterin, die das neue Netzwerk für Masken betreut.

Perfektes Timing also – und so übergab (mit gebührendem Sicherheitsabstand natürlich) die Dortmunder Studentin und ehrenamtliche Kurierfahrerin Lilli Prinzen am Dattelner Kinderkrankenhaus jetzt zwei Kartons und eine Tasche voller selbst genähter Stoffmasken.

Neu aufgebautes Masken-Verteil-Netzwerk

„Anfang April haben wir mit der Aktion begonnen, eine Art Masken-Verteil-Netzwerk aufzubauen“, erklärt die Lensing-Media-Mitarbeiterin Saskia Strauss, „und die Infos in allen Tageszeitungen, die wir herausbringen, und im Internet veröffentlicht.“

Über ein Formular können die Leserinnen und Leser eintragen, ob sie Masken nähen oder Masken suchen. „Bereits nach drei Wochen hatten sich 57 freiwillige Näherinnen und Näher über das Formular bereit erklärt, Stoffmasken zu nähen. Dadurch konnten wir schon allen 27 Suchenden, die sich gemeldet haben, helfen.“

Deutlich mehr Suchende als zuvor

Nach dem zunächst stärkeren Angebot gegenüber der Nachfrage, ändert sich jetzt die Gewichtung: „Seit bekannt wurde, dass auch in Nordrhein-Westfalen eine Maskenpflicht kommen wird, haben wir deutlich mehr Suchende als zuvor.“

Ob für das Jugendhilfe Zentrum Dortmund, die Kinderklinik in Datteln, Postfilialen, Krebspatienten, Suppenküchen oder freischaffende Fotografen – der Bedarf an Schutzmasken ist jetzt besonders groß. Über 2500 Masken sind bereits gespendet und weiter verteilt worden.

Keine Garantie für Schutz gegen Coronavirus

Saskia Strauss: „Wir weisen natürlich darauf hin, dass selbst genähte Mund-Nasen-Masken nur ein Behelf und kein Ersatz für professionelle Masken sind. Deshalb garantieren sie auch keinen Schutz vor dem Coronavirus. Aber sie bremsen den Tröpfchenflug beim Atmen beziehungsweise Sprechen – und tragen so zu einem geringeren Risiko bei, sich selbst oder andere zu infizieren.“

Genau aus diesem Grund stellt beispielsweise die Kinder- und Jugendklinik in Datteln den Besucherinnen und Besuchern am Eingang Masken zur Verfügung, Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal haben professionelle Masken.

Ein kurzer Besuch pro Tag bleibt erlaubt

Dennoch: „Viele andere Krankenhäuser haben die Besuchssituation radikal geändert, aber in einem Krankenhaus für Kinder können wir kein Verbot aussprechen. Ein kurzer Besuch pro Tag bleibt bei uns erlaubt, und deswegen stellen wir Masken zur Verfügung“, erläutert Hannah Iserloh.

Sie fügt hinzu: „Anfangs haben wir den Besuchern Masken geschenkt, aber mittlerweile benötigen wir so viele, dass sie sie am Ausgang wieder abnehmen und zum Waschen hier lassen müssen.“ In der Wäscherei der Klinik werden sie bei mindestens 60 Grad gereinigt und wieder zur Verfügung gestellt.

„Die Hilfsbereitschaft bewegt uns jeden Tag“

Über 200 Masken nimmt die Pressesprecherin jetzt entgegen, eine tolle Hilfe, Beweis für eine überwältigende Dynamik der Solidarität, sagt sie. „Der Zuspruch und die Hilfsbereitschaft bewegen uns jeden Tag aufs Neue sehr. Wir haben nach unserem Hilferuf Masken per Post bekommen, aber auch persönlich sind welche abgegeben worden. Und jetzt kommt sogar“ – sie blickt zu Lilli Prinzen hinüber – „eine Kurierfahrerin und bringt gleich so viele auf einmal.“

Die junge Studentin strahlt. Sie gehört zum TSC Eintracht Dortmund und ist eigentlich Übungsleiterin, aber natürlich derzeit ohne Kurse. „Wir haben uns vom Verein gemeldet, weil wir auch Masken nähen wollten, aber dann wurde zunächst vor allem ein ‚Liefer-Service‘ benötigt, weil nicht alle Nähenden ihre Pakete zur Post bringen können.“ Also fahren sie und ihre Vereinskolleginnen und - kollegen durch die Region und bringen die Schutzmasken direkt von den Nähmaschinen quasi zu den Leuten, die sie benötigen.

„Wir sind unglaublich froh und dankbar“

„Besonders schön“ finden alle Beteiligten die persönliche Einsatzbereitschaft der Näherinnen und Näher. Hannah Iserloh: „Wir können gar nicht allen persönlich danken, weil wir natürlich jeden Tag so viele neue Regelungen und Aufgaben haben – aber allen sei versichert: Wir sind unglaublich froh und dankbar. Auch im Namen des medizinischen Personals kann ich sagen: Das tut so gut!“ Vielen Briefen, Paketen und Taschen voller Masken liegen Briefe, Waschanleitungen und manchmal sogar Schokolade oder andere kleine Trostspender bei. „Das ist so rührend.“

Lensing Media organisiert die Verteilung der Masken

Die Aktion geht weiter! Auf http://www.ruhrnachrichten.de/maskenhilfe kann sich jede/r eintragen, der Masken nähen möchte oder der Masken benötigt. Die Verteilung der Masken organisiert dann Lensing Media. Auf der Internetseite gibt es neben weiteren Informationen und dem Kontaktformular auch Nähanleitungen und Schnittmuster.

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