Lippeverband will Sande per Schiff transportieren

Statt LKW-Transport

Die Sandtransporte der Lippeumgestaltung bei Ahsen könnten im zweiten Bauabschnitt ab August über eine Anlegestelle der Quarzwerke auf Kanalschiffe verladen werden. Der Lippeverband verhandelt derzeit darüber mit dem Unternehmen. Das lässt die Flaesheimer hoffen, dass sich die Belastung durch LKW im Ort einigermaßen in Grenzen halten könnte.

FLAESHEIM

, 27.01.2016, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lippeverband will Sande per Schiff transportieren

Der Abtransport des Bodenaushubs der Lippe in Datteln und Ahsen, könnte auch über den Hafen der Quarzwerke in Flaesheim und weiter über den Wesel-Datteln-Kanal erfolgen.

Bei einer Bürgerversammlung am Dienstagabend im Restaurant Punjab Garden informierte Projektleiterin Dörte Borchardt die rund 60 anwesenden Bürger über den Stand des Bauvorhabens. In rund drei Wochen werden die ersten LKW über die Flaesheimer Straße rollen.

Probemessungen

Die Baustelle wird zurzeit eingerichtet, im ersten Bauabschnitt bis April werden rund 38000 Kubikmeter Boden abtransportiert. Dafür rollen auf jeden Fall die LKW, bis zu maximal 60 am Tag.

Der zweite Bauabschnitt ab August ist wesentlich umfangreicher, dann fallen noch einmal rund 246 000 Kubikmeter an, die abtransportiert werden müssen. Auf Drängen der Bürger und der Stadt Haltern gibt es jetzt intensive Gespräche, den alten Anleger am Baggersee der Quarzwerke dafür zu nutzen und den weitaus größten Teil dieser Menge mit Schiffen abzutransportieren. Unterschriftsreif ist die Vereinbarung aber noch nicht.

Beweissicherung an den Häusern

Im Dezember haben Mitarbeiter des Ingenieurbüros Gartz aus Meerbusch eine Beweissicherung an den Häusern entlang der Flaesheimer Straße durchgeführt. Burghart Gohres vom Ingenieurbüro erläuterte den Flaesheimern das weitere Vorgehen: Bevor die LKW rollen, werden vier bis fünf Probemessungen durchgeführt, als sogenannte "Nullmessung".

Anschließend erfassen vier bis sechs Messgeräte die Veränderungen an Häusern unterschiedlicher Bauweise. Die Messungen finden im Keller und im Obergeschoss oder Dachbereich statt, zunächst für eine Dauer von eineinhalb Wochen, eventuell an einigen Standorten während des gesamten ersten Bauabschnitts.

Ob diese Messdaten auch zugänglich seien, wollten die Besucher der Bürgerversammlung wissen. Das sicherten die Vertreter des Lippeverbandes und des Ingenieurbüros zu. Kritisch wiesen die Bürger erneut auf die Straßenschäden hin, die schon jetzt auf der Flaesheimer Straße vorhanden sind.

Ansprüche dokumentiert

Die Stadt Haltern werde wenn nötig auch kurzfristig versuchen, eventuelle stärkere Schäden beheben zu lassen, sicherte der technische Beigeordnete Wolfgang Kiski zu. Ebenso griff er die Anmerkung auf, parkende LKW vor dem Kiosk oder der Bäckerei in Flaesheim würden für ein Verkehrschaos sorgen. Auch darauf will die Stadt ein Auge haben und gegebenenfalls schnell reagieren.

Das Beweissicherungsverfahren und die Messungen würden auch eventuelle Ansprüche der Flaesheimer bei Gebäudeschäden dokumentieren, erklärte Michael Steinbach vom Lippeverband, der den Abend moderierte. Auch die Frage, wohin der Sand gebracht wird, beschäftigte die Flaesheimer. Dafür gebe es einen Abnehmer aus der Baubranche, so Dörte Borchardt.

"Denken Sie nicht nur an Schäden an Gebäuden, denken sie auch an Schäden bei den Menschen", warf ein Besucher ein. "Wir versuchen unser Möglichstes, um Sie in Flaesheim zu schützen", sicherte Projektleiterin Dörte Borchardt zu.

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