Lippramsdorfer fragen sich, wie die Stadt Haltern mit ihren Wünschen umgeht

rnOrtsteilforum Lippramsdorf

Eine überdimensionierte Kreuzung mitten im Ort, fehlende Parkplätze, schlechte Radwege - das waren Kritikpunkte beim Ortsteilforum Lippramsdorf. Alles ist notiert, aber was passiert jetzt?

Lippramsdorf

, 18.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lippramsdorf hat eine Ortsmitte, Geschäfte, Ärzte und Apotheke. „Sie können sich glücklich schätzen“, sagte Andreas Meyer vom Planungsbüro Junker+Kruse am 12. Dezember beim Ortsteilforum in der alten Turnhalle. Aber es gibt Schwachpunkte, die Bürger in der anschließenden Arbeitsrunde zu Papier brachten. Was geschieht nun mit den Anregungen und Wünschen?

Lippramsdorfer fragen sich, wie die Stadt Haltern mit ihren Wünschen umgeht

Die Dorfmitte von Lippramsdorf 2020: Vor Jahrzehnten wurde eine breite Straße mit überdimensioniertem Abzweig angelegt. Die alten Gebäude sind verschwunden und bald wird auch die frühere Gaststätte Kemming abgerissen und durch ein modernes Mehrfamilienhaus ersetzt. © :Elisabeth Schrief

Bis zum 31. Dezember konnten Interessierte noch zusätzlich im Netz ihre Meinung kundtun. Aufgabe der Stadtverwaltung ist jetzt, aus den Anliegen der Bürger eine Dokumentation zu erarbeiten. Diese soll dann nach Auskunft von Gunther Albrecht (Wirtschafts- und Standortförderung bei der Stadt) auf der Internetseite der Stadt Haltern veröffentlicht und auch den Vertretern von Politik und Vereinen zugestellt werden.

Der Lkw-Verkehr durch die Dorfmitte ist eine Belastung

Reinhold Wieschus, Vorsitzender des Heimatvereins, nahm an dem Ortsteilforum teil. Er sagt im Rückblick: „Das Forum war gut, um der Stadt mal darzulegen, wo der Schuh drückt.“ Für ihn liegen die Probleme vor allem auf der Straße: Der Durchgangsverkehr, in besonderer Weise der Lkw-Verkehr, müsste nach Ansicht von Reinhold Wieschus reduziert werden. „Die meisten Lkw kommen aus Richtung Dorsten-Ost, sparen sich die Maut via A52 und A43“, stellt er fest.

Der Heimatvereins-Vorsitzende hat diese Problematik in der Turnhalle angesprochen. Aber er ist skeptisch. Da in den 90er-Jahren schon einmal eine Dorferneuerung vorgestellt worden und bis heute nicht viel passiert sei, glaube er auch jetzt nicht, dass sich etwas verändert. Zumindest nicht, wenn es Geld kostet.

„Es darf nicht bei einem Wunschzettel für die Bürger bleiben“

Thomas Radzun, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes, fände es schade, wenn der Schwung aus dem Auftakt versanden würde. Grundsätzlich habe er die Veranstaltung sehr begrüßt. Doch er erwarte von der Initiative, dass es nicht bei einem Wunschzettel für die Bürger bleibe, sondern konkrete Maßnahmen angegangen würden, insbesondere wenn es für solche Vorhaben Fördertöpfe gebe. Darauf hatte Martin Rogge (Stadtraum-Architektengruppe) am 12. Dezember hingewiesen.

Für Thomas Radzun stehen folgende Projekte im Vordergrund: effiziente und beruhigte Verkehrsführung, Parkraumgestaltung, Ausbau der Radwege in die Ortsteile von Lippramsdorf sowie Kräftebündelung der ohnehin starken Initiativen im Dorf im Sinne eines Dorfmarketings.

Stadtverwaltung prüft, was umsetzbar und finanzierbar ist

Baudezernent Siegfried Schweigmann fand die engagierte Mitwirkung der Lippramsdorfer an diesem Forum sehr interessant. „Ich sehe eine Vielzahl von Wunschzetteln, aber versprechen kann ich nichts. Ich nehme Ihre Anregungen auf jeden Fall als Empfehlungen mit ins Rathaus“, versprach er am 12. Dezember.

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Nach Auskunft von Stadtsprecher Georg Bockey wird sich die Verwaltung mit den Anliegen der Lippramsdorfer beschäftigen, um zu sehen, was umsetzbar und finanzierbar ist. „Hier spielen natürlich auch finanzielle sowie personelle Ressourcen und externe Akteure, wie zum Beispiel andere Baulastträger, eine Rolle“, sagte er.

Pauschal wird es nach bisheriger Einschätzung keine Haushaltstelle Hullern (dort findet das zweite Ortsteilforum statt) oder Lippramsdorf geben. Ob im nächsten Haushalt für konkrete Projekte Mittel eingestellt werden können, werden die Haushaltsberatungen zeigen, so der Stadtsprecher. Das hänge natürlich auch von Art, Umfang und Priorisierung der Projekte ab. Für größere Maßnahmen seien politische Beschlüsse erforderlich.

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