Hochzeit

Livestream-Angebot im Trauzimmer wird in Haltern gut angenommen

Mitten in der Corona-Pandemie war es für Brautpaare mitunter recht einsam bei ihrer Trauung in Haltern. Da entstand die Idee, die Zeremonie live im Internet zu übertragen - allerdings nicht kostenlos.
Trauungen in Haltern können per Livestream verfolgt werden - wenn alle Anwesenden zustimmen. © picture alliance/dpa

Nur das Brautpaar und der Standesbeamte, vielleicht noch mit Trauzeugen und den Eltern – so sah die Realität vieler Trauungen in Hoch-Zeiten der Corona-Pandemie in Haltern aus. Freunde und weitere Verwandte mussten draußen bleiben und durften den wichtigen Moment im Leben des Brautpaares nicht live erleben.

Ende Januar 2021 hatte daher die FDP-Fraktion im Rat den Antrag gestellt, Trauungen über eine Webcam künftig live ins Internet zu streamen. Auch nach Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen bliebe so in Zukunft die Möglichkeit für Angehörige und Freunde, die vielleicht nicht mobil sind oder sich im Ausland aufhalten, online an der Zeremonie teilzuhaben.

Es dauerte jedoch ein paar Monate, bis die Stadt alle technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen hatte. Bei der Übertragung ins Netz müssten alle Teilnehmenden ihre Einwilligung erteilen, die Hochzeitsgesellschaft ebenso wie der Standesbeamte oder die Standesbeamtin, teilte Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier damals auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Angebot wurde bisher von einigen Brautpaaren genutzt

Anfang Mai fiel dann der Startschuss zum „digitalen Trauzimmer“. Wie Sophie Hoffmeier mitteilte, habe man als Stadt einen Zugang zur Videokonferenz-Plattform „Zoom“. Über diese Plattform, die durch die Corona-Pandemie einen wahren Erfolgsschub vermeldete, können sich je nach Version bis zu 100 oder gar 1000 Teilnehmer per Webcam dazuschalten, sie brauchen lediglich eine Email-Adresse und einen Internet-Link, der sie zur Teilnahme einlädt. Für die Hochzeitsgesellschaft ist es dann sogar möglich, sich anschließend mit den Online-Zuschauern auszutauschen.

„Bisher haben knapp zehn Paare den Service in Anspruch genommen“, sagt Sophie Hoffmeier. Sie seien zufrieden mit dem Angebot gewesen. Die Stadt berechnet dafür eine Verwaltungspauschale von 30 Euro. Eine kostenlose Alternative gibt es allerdings auch: „Die Brautpaare können selbst einen Livestream über ihr Handy ausrichten“, so Hoffmeier. Man stelle Ihnen dafür ein Stativ und einen Wlan-Zugang zur Verfügung.

„Die Möglichkeit des Livestreams wollen wir dauerhaft als Option für Brautpaare mit in unser Portfolio aufnehmen. Voraussetzung ist, dass die Standesbeamtinnen und Beamten mit der Übertragung einverstanden sind, was in der Regel der Fall ist.“