Männer grillen trotz Waldbrandgefahr auf trockenem Gras - mutige Halternerin wird bepöbelt

rnGefährliche Trockenheit

Vier Männer grillen auf trockenem Gras. Eine Halternerin weist sie an, das Feuer zu löschen. Und wird bepöbelt. Dabei musste sie selber schon eine dramatische Erfahrung machen.

Haltern

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In einer „absoluten Gefahrenzone“ am Hullerner Stausee auf ausgetrocknetem Gras haben am Freitagabend vier Männer den Grill angeschmissen, schreibt uns eine Halternerin per Mail. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Auf einem Bild, das sie der Redaktion schickt, sind vier Männer zu sehen, die um einen Behälter stehen, aus dem die Flammen lodern. Trotz Trockenheit - noch am Donnerstag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Haltern mit Stufe 4 (5 gibt es) vor Waldbrandgefahr - wurde dort offenbar unbeirrt gegrillt. Die heiße Kohle landete am Ende auf dem trockenen Gras.

„Ich habe die Männer genötigt, das Feuer zu löschen. Und musste mich dann aber bepöbeln lassen. Wer ich meinte zu sein und was ich zu sagen hätte, meinten sie“, so die Halternerin.

„Ich habe selbst meinen Bruder durch einen Brand verloren“

„Folgen eines Brandes hier wären schlicht grauenhaft. Ich habe vor einigen Jahren meinen Bruder durch einen Brand verloren und es macht mich traurig und wütend, dass trotz aller Verbote und Gefahrenmeldungen weiterhin ‚wild gefeuert‘ wird“, schreibt die Halternerin weiter.

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Doch nicht nur das Verhalten der Männer ärgert die Halternerin, auch von der Polizei war die Frau am Freitagabend enttäuscht. „Ich habe dann auch die Polizei angerufen, die eine Streife schicken wollte, aber es scheint keiner gekommen zu sein (habe an der B58 45 Minuten gewartet) und der Polizist aus Haltern hat am Telefon gerade auf meine Nachfrage genervt und desinteressiert reagiert, so dass ich mich jetzt einfach nur wie ein kleiner blöder Denunziant fühlen darf.“ Schließlich habe sie nur ihre Bürgerpflicht tun wollen, sagt sie.

Eine Nachfrage bei der Polizei ergibt: Ein Anruf ist dort tatsächlich eingegangen - um 21.30 Uhr. Ein Streifenwagen ist dort allerdings erst um kurz nach 23 Uhr aufgetaucht. Zu dieser Zeit sei niemand mehr vor Ort gewesen, so die Polizei. „Die Einsätze werden priorisiert, da wurden erstmal andere Sachen bearbeitet. Es ist schon so, dass wir da gucken, dass wir schnell vor Ort sind, aber letztlich ist kein Wagen frei gewesen“, sagt Michael Franz, Pressesprecher bei der Polizei in Recklinghausen.

Dass der Polizist aus Haltern genervt und desinteressiert gewirkt habe, sei natürlich eine persönliche Einschätzung, „aber wir nehmen unsere Einsätze ernst und wahr, sonst würden wir keinen Wagen dorthin schicken.“ Generell sei es natürlich richtig, dass derartige Fälle über die Notrufnummer 110 gemeldet würden, so Franz.

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