Mal Top, mal Flop

Zwei Beispiele zu Graffiti

Eine Wand der Spielfläche im Westuferpark ist wieder besprüht worden. Die Täter scheinen dieselben zu sein, die schon vor zwei Wochen die Wand großflächig verschandelt haben. Denn bei dem Graffito handelt es sich um das gleiche nicht jugendfreie Motiv wie vor zwei Wochen. Dabei können Graffiti auch schön sein, wie ein anderes Beispiel am Sythener Bahnhof zeigt.

HALTERN/SYTHEN

, 09.05.2016, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Nutze den Tag“: Die Graffiti am Bahnhof Sythen sind ein Hingucker.wiethoff

„Nutze den Tag“: Die Graffiti am Bahnhof Sythen sind ein Hingucker.wiethoff

Zwei Mitarbeiter des Bauhofes waren rund zehn Stunden damit beschäftigt, es zu entfernen. Kosten für den Steuerzahler: 800 Euro. Und auch diesmal wird der Bauhof wieder ausrücken müssen. Wer Hinweise auf die Sprayer geben kann, soll sich mit der Polizei in Verbeindung setzen: Tel. (0800) 2361 111.

Ansätze der Stadt

Wie kann man in Zukunft verhindern, dass die Fläche wieder besprüht wird? Für die Stadt ist diese Frage nicht einfach zu beantworten. Sollte es weiter zu Vandalismus kommen, würde die Stadt aber darüber nachdenken, die Wände abzubauen, sagte Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage. Ein professionell im Auftrag der Stadt angebrachtes Graffito sei dagegen keine Alternative. Es gebe zwar einen Ehrenkodex unter Sprayern, einmal besprühte Flächen nicht zu übersprühen, so Georg Bockey, aber eine Garantie gegen Vandalismus sei das nicht. "Vandalen lassen sich davon nicht abschrecken", ist sich der Stadtsprecher sicher.

Beispiel Sythener Bahnhof

Ganz anderer Meinung ist dagegen Manuel Pennekamp. In seinem Auftrag wurde soeben eine Wand auf der Gleisseite des Sythener Bahnhofs mit mehreren großflächigen professionellen Graffiti versehen, um wilde Schmierereien bewusst zu verhindern. Das Gebäude gehört seinem Vater Gerhard Pennekamp, der in Wesel ein Unternehmen für Ladenbau betreibt. Auch sein Sohn Manuel ist in diesem Betrieb tätig, der das Kunstwerk in Sythen sponserte.

Ausführender Künstler war der Essener Mediengestalter Sebastian Szczepanski, der nebenberuflich Ideen für Graffiti entwickelt und umsetzt. Auch der Sythener Entwurf ist seiner Kreativität zu verdanken. Bei der Arbeit vor Ort half ein befreundeter Sprayer.

Kunst mit Ortsbezug

"Ich wollte etwas schaffen, das einen Ortsbezug hat", erklärte Sebastian Szczepanski auf Nachfrage der Redaktion. Weil er sich an einen Besuch im Halterner Römermuseum mit einer Schulklasse erinnerte, schmückt jetzt unter anderem ein Comic-Gladiator mit der Sprechblase "Sythen" die zuvor triste Wand am Bahnhofsgebäude. Am anderen Ende des großen Kunstwerks mahnt eine Figur die Reisenden "Carpe diem!". Sebastian Szczepanski ist zuversichtlich, dass seine Graffiti dauerhaft Bestand haben werden, denn in der Szene sei es nicht üblich, die Arbeit eines anderen zu zerstören.

Manuel Pennekamp ist mit dem Ergebnis seines Auftrags sehr zufrieden. Und nicht nur er. Die Resonanz auf die bunten Bilder am Sythener Bahnhof ist groß und durchweg positiv. Auch die Halterner Verwaltung äußerte sich zustimmend.

 

 

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