Material für Lippedeich soll übers Wasser kommen

Planänderung beantragt

54 LKW pro Stunde, von Montag bis Samstag, von 7 bis 20 Uhr – diese Belastung über mindestens zwei Jahre durch den im Herbst beginnenden Lippedeich-Bau wollen weder die Lippramsdorfer noch die Stadt. Eine andere Lösung soll her.

HALTERN

, 11.03.2015, 05:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Material für Lippedeich soll übers Wasser kommen

Bergsenkungen machen den Deichneubau nötig.

Die Stadt formulierte eine Forderung an den Lippeverband, nach der das Material für den fünf Kilometer langen neuen Deich per Transportband vom Hafen Auguste Victoria Marl über den Kanal zur Lippe angeliefert werden soll. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen hat der Lippeverband beantragt, aber eine Entscheidung über den Transportweg ist damit noch nicht getroffen. 

Die neuen Deiche links und rechts der Lippe in Lippramsdorf und Marl (Chemiepark) sollen einen dauerhaften Hochwasserschutz bieten. Drei Millionen Kubikmeter Bodenmaterial müssen für Deich, Wegebau, Auen und Hinterlandgestaltung herangeschafft werden.

Ausschreibung in Kürze

„Wir schreiben erst in Kürze die Arbeiten aus“, erklärte Pressesprecher Michael Steinbach (Essen) gegenüber unserer Redaktion. Er wisse aus Diskussionen im Ort sehr gut, dass die Art und Weise der Materialanlieferung eine der wichtigsten noch unbeantworteten Fragen für Bürger und Stadt ist.

„Wir haben lediglich den Antrag auf Planänderung gestellt, um die juristischen Voraussetzungen zu schaffen, den Hafen Auguste Victoria zu nutzen.“ Von hier aus könnte das von Schiffen angelieferte Material auf eine Bandförderanlage umgelagert werden.

Stadt sieht keine Alternative

Entscheidend sind letztlich die Ergebnisse der Ausschreibungen. Den Zuschlag erhält der kostengünstigste Anbieter. Steinbach könnte sich vorstellen, dass möglicherweise sowohl Straße als auch Wasserweg („umweltverträglicher“) gewählt werden.

Für die Stadt, das betonte Baudezernent Wolfgang Kiski ein weiteres Mal, gibt es zum Wasserweg keine Alternative. „Wir begrüßen deshalb den Änderungsantrag des Lippeverbandes.“ Im Herbst will der Lippeverband mit der Einrichtung der auf mindestens sieben Jahre ausgelegten Baustelle beginnen.

Die Maßnahme kostet rund 90 Millionen Euro.

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